Archiv für August 2017

Nachtschwärmern bietet sich dieser Tage wieder ein außergewöhnliches Himmelsschauspiel. Ein Sternschnuppenschauer besucht die Erde.

Der August ist seit jeher als der Monat der Sternschnuppen bekannt, und in den nächsten Tagen wird es davon besonders viele zu sehen geben. In der Zeit vom 10. – 14. August regnet der Meteorstrom der Perseiden besonders stark auf die Erde nieder und beschert dem Beobachter eine Menge Möglichkeiten, sich etwas zu wünschen.

Laut Aberglauben hat man nämlich bei Sichtung einer Sternschnuppe einen Wunsch frei. Allerdings nur sofern kein anderer diese gesehen hat, und auch nur, wenn man niemandem seinen Wunsch verrät.

Eine Perseidensternschnuppe über dem Einfelder See - Foto: Marco Ludwig

Eine Perseidensternschnuppe über dem Einfelder See – Foto: Marco Ludwig

Rein wissenschaftlich betrachtet durchläuft die Erde in dieser Zeit einen alten Kometenschweif und trifft dort auf unzählige Staubpartikel, die der Komet abgesondert hat. Im Falle der Perseiden, die im Volksmund auch „Tränen des Laurentius“ genannt werden, sind diese sandkorngroßen Staubteilchen relativ zur Erde bis zu 60 km pro Sekunde schnell (über 200 000 km/h). Wenn sie dann in ca. 100 km Höhe auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie innerhalb von Sekundenbruchteilen. Beobachter sehen dann eine helle Leuchtspur am Himmel.

 

Insgesamt sind die Perseiden sogar von Mitte Juli bis Ende August sichtbar. Das Maximum erwartet der Schleswig-Holsteinische Astrophysiker Dr. Erik Wischnewski für die Nacht vom 12. auf den 13. August. Zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Leider wird das Himmelsspektakel in diesem Jahr ein wenig getrübt. Bereits gegen 23 Uhr wird der Mond mit seinem hellen Licht dafür sorgen, dass zahlreiche schwächere Sternschnuppen dem Beobachter nicht auffallen.

Zudem sind die Beobachtungsbedingungen in den Städten nicht ideal. Auch in klaren Sommernächten stört die Beleuchtung der Straßen und Gebäude enorm. Bessere Bedingungen für die große Wunschoffensive gibt es auf dem Lande bei erheblich dunklerem Himmel. Die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster planen daher einen gemeinsamen Beobachtungsabend am Einfelder See – sofern keine Wolken die Sicht trüben.

Die meisten Sternschnuppen tauchen in nordöstlicher Richtung auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, weshalb sie Perseiden genannt werden.

 

Der alte Komet Swift-Tuttle, dessen Schweif für die zahlreichen Meteore verantwortlich ist, wird dabei jedoch nicht zu sehen sein. Trotzdem besteht die Möglichkeit, auch ein paar sehr helle Sternschnuppen, sogenannte Feuerkugeln, zu sehen. Dabei handelt es sich um Gesteinsbrocken, die mehrere Zentimeter groß werden können und besonders hell aufleuchten. Gefährlich  soll es jedoch nicht werden. Die kleinen Perseiden verglühen in der Regel restlos und geben dabei einfach nur ein schönes Himmelsschauspiel ab.

Heute Abend zeigt sich der Mond zu 100% am Abend- und Nachthimmel. Es ist Vollmond.
Bei Mondaufgang können wir aber noch mehr als das sehen, denn heute Abend findet auch eine partielle Mondfinsternis statt. Allerdings können wir in unseren nördlichen Breiten nur noch den kleinen Rest sehen bevor der Mond wieder aus dem Schatten der Erde tritt.

Der August-Vollmond 2017 läuft nördlich der Schattenachse Sonne-Erde vorbei, wobei vom Mond 25% des Durchmessers in den Kernschatten der Erde gelangt. Die Kontaktpunkte sind hier in MESZ eingetragen.

Mondfinsternis vom 7. August 2017

 

Zur Finsternismitte steht der Mond noch unter Horizont. Er geht um 20:58 noch vor Ende der partiellen Phase auf. Um 21:18 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten. Unten rechts am Mond ist auch in den folgenden Minuten noch eine Abdunklung erkennbar. Der weitere Verlauf der Phase im Halbschatten der Erde ist praktisch nur noch fotografisch feststellbar.

Fotografisch dürfte diese Mondfinsternis dennoch interessant sein, weil die Abdunklung in einer vom Fotografen gestaltbaren Natur- oder Häuserkulisse während der goldenen oder blauen Stunde abgelichtet werden kann. Dafür eignet sich am besten ein etwas höher gelegener Ort mit freiem und weitem Blick Richtung Süd-Ost, bei etwa 120 Grad.

So ähnlich könnte die Mondfinsternis zu sehen sein, wobei dieses Bild die partielle Phase der totalen Mondfinsternis vom 28.09.2015 zeigt.

Partielle Phase der totalen Mondfinsterniss am 28.09.2015

Partielle Phase der totalen Mondfinsternis am 28.09.2015. Fotograf: Stefan Bruns, Sternwarte Neumünster

Die nächste bei uns zu sehende Mondfinsternis können wir am 27.07.2018 bestaunen. Dann schiebt sich der Mond komplett in den Erdschatten.
Allerdings beginnt die Totalität schon um 20:30 und geht bis 22:13. Der Mond geht aber erst um 21:19 auf. Also ist es ähnlich wie heute, eigentlich zu hell um etwas zu sehen.

Aber ein paar Monate später am 21.01.2019 werden wir dafür entschädigt und können wieder eine totale Mondfinsternis erleben. Diesmal in den frühen Morgenstunden von 5:41 Uhr bis 6:43 Uhr.

UPDATE:

das Wetter hat mitgespielt und so gelang Stefan Bruns dieses Bild kurz nach 21:00 Uhr.

Unten rechts ist recht deutlich zu sehen das der Mond noch zum Teil im Schatten der Erde ist, der Mond sieht aus wie „angeknabbert“

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Parielle Mondfinsterniss 07.08.2017 Fotogtaf: Stefan Bruns

Eine Sternschnuppe mit eigenen Augen zu sehen, ist für viele Menschen ein besonderes Erlebnis. Gerade in warmen Sommernächten bietet es sich an, einen Blick auf die Pracht des Sternenhimmels zu werfen, unendliche Weiten zu genießen und dabei die ein oder andere Sternschnuppe zu entdecken.

Eine Feuerkugel auf dem MTT - Fotograf: Uwe Freitag

Eine Feuerkugel auf dem MTT – Fotograf: Uwe Freitag

Unter solchen Nachtschwärmern findet man auch immer wieder Menschen,  die versuchen, diese Meteore, wie Sternschnuppen auch genannt werden, im Bild festzuhalten. Dabei ist gerade dieses Unterfangen äußerst schwierig. Neben einer empfindlichen Digitalkamera benötigt man ein lichtstarkes Objektiv und muss natürlich zur  richtigen Zeit auf den Auslöser drücken. Der erfahrene Sternschnuppenjäger schießt dabei in manchen Nächten mehrere hundert Fotos. Mit Glück erwischt man dann vielleicht auch einen Meteor. Mit besonders viel Glück erwischt der Fotograf sogar eine extrem helle Sternschnuppe, die Fachleute dann als Boliden bezeichnen.

Bei unserem Astrofoto des Monats handelt es sich um genau so einen Schnappschuss. Der Lübecker Astrofotograf Uwe Freitag hatte seine Pentax-Spiegelreflexkamera am 7. August 2016 auf dem Mecklenburger Teleskoptreffen in Stellung gebracht. Bei einer Belichtungszeit von 20 Sekunden  raste nun diese beeindruckende Feuerkugel vor dem Hintergrund der Milchstraße durch das Bild.

Zufällig war diese Begegnung jedoch nicht. Uwe Freitag wusste zum Zeitpunkt der Aufnahme natürlich, dass gerade in der ersten Monatshälfte des August viele Sternschnuppen auftauchen. Zu dieser Zeit begegnet unsere Erde nämlich dem Meteorstrom der Perseiden und sammelt dabei zahlreiche kleine Staubpartikel ein, die dann in der Erdatmosphäre als Sternschnuppen in Sekundenbruchteilen verglühen. Auch in diesem Jahr werden im August wieder zahlreiche Meteore erwartet. Das Maximum soll in der Nacht vom 12. auf den 13. August stattfinden. Bei passendem Wetter und an einem dunklen Standort sollten dann auch in Neumünster wieder einige Jäger der Sternschnuppen glücklich werden.

Unsere neuesten Bilder

  • 12. August 2017 – Perseiden-Beobachtung
    19:00, AG
  • 16. August 2017 – Teleskopzeit Jürgen
    03:00, Teleskopzeit
  • 18. August 2017 – Öffentlicher Beobachtungsabend
    19:00, öffentlicher Beobachtungsabend

Röntgenstrahlung der Sonne: Status der Röntgenstrahlung

Status des Erdmagnetfeldes: Status des Erdmagnetfeldes
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