Nachdem es lange Zeit sehr still um ihn war, kommt der Kleine jetzt wieder groß raus: die Welt spricht wieder über Pluto!

Der Grund dafür ist eine US-amerikanische Raumsonde namens New Horizons, die am 19. Januar 2006 in Cape Canaveral startete und in den vergangenen neuneinhalb Jahren über 5 Milliarden Kilometer zurücklegte.

Ihre Mission?

Die Erforschung des weit entfernt liegenden Zwergplaneten Pluto und seiner fünf Monde Charon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx.

New Horizons Foto von Pluto und Charon – Foto: NASA

Im Februar 2007, also 13 Monate nach dem Start, hatte die Sonde bereits Jupiter erreicht und hervorragende Aufnahmen von diesem Planeten und den galileischen Monden gemacht.

Danach wurde New Horizons für den Weiterflug inaktiviert bis zum Anfang diesen Jahres, wo die Vorfeld–Erkundigungen für die Pluto–Mission begannen.

Aufgrund mangelnder Antriebskraft wird ein Eintritt der Sonde in Plutos Orbit nicht möglich sein, nur ein zügiger, 48stündiger Vorbeiflug, die sog. near encounter phase, in der der Abstand zu Pluto kleiner als 1,2 Millionen Kilometer sein wird.

Der geringste Abstand ist berechnet für den 14.Juli 2015, 13.50 Uhr MESZ, wenn New Horizons sich Pluto bis auf 12.500 km nähert.

Nur 14 Minuten später folgt dann die größte Annäherung an Charon, den größten Mond und engen Begleiter Plutos mit einem Abstand von 28.800 km.

Zu diesem Zeitpunkt werden Oberflächenfotos mit einer so hohen Auflösung möglich sein, dass Objekte bis zu einer Größe von 35 m wahrgenommen werden können.

Messsysteme sollen nicht nur Erkenntnisse über detaillierte Oberflächenstrukturen liefern sondern auch über Geologie, Morphologie, das Vorkommen chemischer Elemente und die Atmosphäre von Pluto und ggf. Charon.

Letztere benötigen für eine Drehung um die eigene Achse  6,4 Tage, d.h. während der near encounter phase ist nur jeweils eine Hemisphäre zu sehen.

Auf früheren Fotos, auch von New Horizons im Juni d.J. zeigen sich deutlich zwei unterschiedliche Hemisphären mit hellen und dunklen Flecken, die in Größe und Anzahl pro Hemisphäre differieren.

An Plutos Südpol zeigt sich eine helle Fläche, es wird spekuliert, ob es sich ggf. um eine Polkappe aus Stickstoffeis handeln könnte. Und gibt es Eruptionen, Wolken?

Und wie steht es mit dem großen Geheimnis, wie Pluto zu seinem im Verhältnis riesigen Mond Charon kam? Theorien hierzu gibt es bereits, lassen sich jetzt Beweise finden?

Auch wenn die Auswertung des Gesamtmaterials bis Ende 2016 andauert, eine kleine Kostprobe der Aufnahmen soll es bereits eine Woche nach dem Vorbeiflug geben.

Es bleibt spannend in den nächsten Tagen!

Also keine Sorge: Kollision unmöglich, Kartographie erwünscht!

 

Weitere Informationen