Was soll das sein? Ein überbelichteter Halbmond? Nein, es ist unser Nachbarplanet: die Venus.

Nach der römischen Göttin der Liebe benannt, erstrahlt sie momentan besonders hell am abendlichen Himmel. Schon seit einigen Wochen zeigt sich die Venus als extrem heller Abendstern am Firmament, aber so, wie auf diesem Bild, bekommt sie kaum jemand zu sehen.

Das Bild entstand im DINO, dem Halbmeterteleskop der vhs-Sternwarte Neumünster. Die Abkürzung steht für Deepsky Instrument of Neumünster Observatory und bezeichnet das derzeit größte Beobachtungsinstrument im Lande. Mit diesem Fernrohr gelang nun am 10. März dieses Foto unseres Nachbarplaneten. Dabei ist die Venus deutlich als Sichel zu erkennen. Momentan schauen wir seitlich auf unseren Nachbarn, der seine Bahnen innerhalb der Erdumlaufbahn um die Sonne zieht. Die Venus ist mit einem Durchmesser von 12103 km fast genauso groß wie unsere Erde (12756 km). Im Gegensatz zu unserem Heimatplaneten ist die Venus aber eher ein lebensfeindlicher Planet. An der Oberfläche herrschen Temperaturen von bis zu 500°C bei einem Druck von über 90 bar. Umgeben ist die Venus von einer dichten Hülle aus Wasserdampf, weshalb der Planet von der Erde aus betrachtet auch hellweiß erstrahlt.

Obwohl die Venus als Liebesgöttin sicherlich viele Blicke auf sich zieht, hält der Schein nicht unbedingt was er versprocht.