Die dunkle Jahreszeit ist noch nicht vorbei. Auch wenn die Tage nun langsam wieder länger werden, kann man im Februar in den frühen Abendstunden die Venus als hellen Abendstern entdecken. In der zweiten Nachthälfte ermöglicht der Riesenplanet Jupiter schon im Fernglas spannende Beobachtungen.

Der Sternenhimmel:

Erste Sterne können im Januar schon ab ca. 17:30 Uhr erspäht werden. Nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Tage nun wieder deutlich länger, ermöglichen bei klarem Himmel aber immer noch rund 12 Sternenstunden pro Nacht.

Die Sternkarte zeigt den Februarhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Die Sternkarte zeigt den Februarhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Obwohl wir uns im Winter befinden, lassen sich am Abend noch die hellsten Herbststernbilder gut erkennen. Im Südwesten findet man Pegasus, Andromeda und Perseus. Geübte Beobachter finden im Sternbild Andromeda auch unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel.

Den Herbststernbildern sind die bekannten Wintersternbilder dicht auf den Fersen. Besonders spannend ist derzeit der Stier mit dem Hauptstern Aldebaran, der mit seiner auffälligen Färbung auch als rotes Auge des Stiers bezeichnet wird. Rechts oberhalb Aldebaran entdeckt man auch den bekannten Sternhaufen der Plejaden. Diese kleine Ansammlung von Sternen wird in Deutschland auch als „Siebengestirn“ bezeichnet. Mit bloßem Auge lassen sich sechs bis acht Einzelsterne erkennen, im Fernglas jedoch werden es schon mehrere Dutzend.  Im Laufe der Nacht gesellt sich zum Stier auch der bekannte Himmelsjäger Orion. Dieses Sternbild gilt unter Beobachtern als eines der eindrucksvollsten, da er sowohl mit bloßem Auge, mit dem Fernglas als auch dem leistungsstarken Fernrohr viel zu bieten hat. Besonders auffällig sind die drei nahezu gleich hellen Gürtelsterne, in deren Nähe sich der bekannte Orionnebel befindet. Dabei handelt es sich um einen riesigen Gas- und Staubnebel, in dem noch heute neue Sterne und Planeten „geboren“ werden.

Die Planeten:

Am Abend ziehen Venus und Mars, im Laufe der Nacht auch der Riesenplanet Jupiter die Blicke der Sternenfreunde auf sich.  Die Venus erscheint bereits in der Abenddämmerung als auffällig heller Abendstern  und kann schon kurz nach Sonnenuntergang im Südwesten leicht erspäht werden. Sie  erreicht am 17. ihre maximale Helligkeit. Manche Experten sind dann sogar in der Lage, den hellen Nachbarn unserer Erde am Taghimmel mit dem Fernglas zu finden.

Nur wenige Grad weiter südlich und deutlich schwächer findet man den rötlichen Mars. Ein besonders schönes Fotomotiv ergibt sich wieder am 28. Februar, wenn die junge Mondsichel bei den beiden Planeten auftaucht.

Der Riesenplanet Jupiter befindet sich derzeit im Sternbild Jungfrau. Er geht erst in der zweiten Nachthälfte auf und erstrahlt mit seinem ruhigen Glanz heller als jeder Fixstern bis zur Morgendämmerung. Kurz vor Sonnenaufgang erscheint auch der Ringplanet Saturn am Firmament. Er befindet sich derzeit im Sternbild Schlangenträger und wandert gegen Monatsende in den Schützen.

Halbschattenfinsternis des Mondes am 10./11. Februar

In dieser Vollmondnacht kratzt unser Erdtrabant am Schatten der Erde. Vom Mond aus betrachtet verdeckt die Erde dann einen Teil der Sonne und sorgt dafür, dass etwas weniger Licht auf die Mondoberfläche fällt. Von der Erde aus können wir gegen 01:45 Uhr eine leichte Verdunkelung am nördlichen Rand bemerken. Auf Fotos wird dieser Helligkeitsunterschied  besonders deutlich. Da der Mond jedoch nicht in den Kernschatten der Erde eintritt, gibt es in dieser Nacht keinen sogenannten „Blutmond“ zu sehen.

Astrofoto des Monats:

Im Weltall gibt es einige ungewöhnliche Objekte zu beobachten. So findet man im Sternbild Orion am linken Gürtelstern des Himmelsjägers gleich mehrere Gasnebel, die gemeinsam ein besonders eindrucksvolles Bild abgeben. Unterhalb der Gürtelsterne des Orions entdeckt man den bekannten Orionnebel. Er ist schon mit dem Fernglas als Sternennebel zu erkennen und offenbart im größeren Fernrohr zahlreiche helle und dunkle Nebelstrukturen. Das Hubble Weltraumteleskop hat darin junge Sterne entdeckt, die von rotierenden Staubscheiben umgeben sind. Forscher gehen davon aus, dass sich dort auch Planeten entwickeln könnten.

Der zauberhafte Pferdekopfnebel kann auch über der Pferdestadt Neumünster fotografiert werden. Dieses Bild gelang Andreas Rex und Marco Ludwig an der vhs-Sternwarte Neumünster.

Der zauberhafte Pferdekopfnebel kann auch über der Pferdestadt Neumünster fotografiert werden. Dieses Bild gelang Andreas Rex und Marco Ludwig an der vhs-Sternwarte Neumünster.

Am linken Gürtelstern des Himmelsjägers finden Himmelsfotografen aber ein noch beeindruckenderes Objekt: Den Pferdekopfnebel. Hierbei handelt es sich um eine massive Staubwolke, die sich vor einem rötlichen Emissionsnebel befindet. Der Staub nimmt dabei scheinbar die Form eines Pferdekopfes an. Unterhalb des hellsten Sternes im Bild befindet sich zudem noch der sogenannte Flammennebel, bei dem ebenfalls leuchtende Gaswolken und Staubwolken dieses ungewöhnliche Bild ergeben. Beide Nebel sind rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt und offenbaren ihren Glanz leider nur dem Astrofotografen. Das menschliche Auge kann das Licht dieser Sternennebel einfach nicht verarbeiten, weshalb speziell modifizierte Kameras zum Einsatz gebracht werden müssen.

Die wichtigsten Himmelsereignisse im Überblick:

11.2.     Vollmond, Halbschattenfinsternis

15.2.     Mond bei Jupiter

17.2.     Venus in maximalem Glanz (Abendhimmel)

21.2.     Mond bei Saturn

28.2.     schmale Mondsichel bei Venus und Mars (Abendhimmel)