Es ist kalt, klarer Himmel und ein silberner Mond scheint hell auf die beiden Astronomen herab. Man hört nur das stetige Summen der Teleskopnachführung. Es sind nur noch wenige Sekunden bis zum entscheidenden Moment.

Unterdessen zieht die Raumstation ISS 408km über der Erde lautlos über Schleswig-Holstein hinweg. Bei einer Geschwindigkeit von 28 000kmh braucht sie dazu nur wenige Sekunden. Zu sehen ist sie von der Erde aus gerade nicht. Sie befindet sich im Schatten der Erde.

Unterdessen schauen Stefan Bruns und Marco Ludwig in der vhs-Sternwarte Neumünster auf die Uhr und starten ihre Kameras. Diese starten Serienbilder und machen jede Sekunde mehrere Aufnahmen. Dann taucht sie auf: Ein kleiner unförmiger Punkt vor dem Hintergrund des fast vollen Mondes. Sie ist nur eine knappe Sekunde zu sehen und doch ist die Begeisterung groß.

Das Experiment hat geklappt:
Auf zwei Bildern ist die ISS, der einzige Außenposten der Menschheit im All, vor dem hell leuchtenden Mond deutlich zu erkennen. Eine erfolgreiche Jagd für zwei Astronomen.