Dass der Mond sich vor die Sonne schiebt und dabei für spannende Schattenspiele sorgt, ist wohl jedem bekannt. Manch einer erinnert sich vielleicht aber daran, dass in seltenen Fällen auch Planeten vor der Scheibe der Sonne auftauchen können. Zuletzt geschah das mit der Venus am 6. Juni 2012. Damals hatten speziell die Norddeutschen Astronomen viel Glück mit dem Wetter und konnten die aufgehende Sonne mit einem kleinen, schwarzen Venusscheibchen davor ablichten.

In diesem Jahr ist es der kleine Merkur, der von der Erde aus betrachtet vor der Sonnenscheibe auftaucht und für eine minimale Verfinsterung unseres Heimatsterns sorgt. Tatsächlich beträgt der Durchmesser des Merkurscheibchens nur 1/150 des scheinbaren Durchmessers der Sonne. Mit bloßem Auge lässt sich daher nichts erkennen.

Ohnehin sind Beobachtungen der Sonne nicht ungefährlich. Generell sollte man nie ungeschützt in die Sonne schauen. Dieses Ereignis ist allerdings auch mit den typischen Sonnenfinsternis-Schutzbrillen nicht zu erkennen. Daher empfiehlt sich der Besuch einer Sternwarte, wo in der Regel eine professionelle und gefahrfreie Beobachtung der Sonne möglich ist.

Der vhs-Sternwarte Neumünster steht zu diesem Zweck das modernste Sonnenteleskop im Lande zur Verfügung. Damit kann man, bei gutem Wetter, nicht nur den Merkur vor der Sonne, sondern auch Sonnenflecken und Sonnenstürme betrachten.

Die Mitglieder der Sternwarte öffnen daher ihre Sternwartenkuppel am 9. Mai von 13 bis ca. 20 Uhr – klarer Himmel vorausgesetzt. Interessierte Besucher sind dann herzlich willkommen.

Ein sog. Merkurtransit, wie er am 9. Mai stattfindet, kann pro Jahrhundert ca. 13 Mal beobachtet werden. Die nächste Möglichkeit bietet sich im Jahr 2019. So lange möchten wir jedoch nicht warten und hoffen daher auf bestes Wetter für den 9. Mai.