Von Marco A. Ludwig
Die bald startende Artemis 2 Mission der NASA steht vor der historischen Herausforderung, die ersten Menschen seit über 50 Jahren erneut zum Mond zu bringen. Diese Mission ist Teil des Artemis-Programms, das darauf abzielt, eine nachhaltige menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren und zukünftige Marsmissionen vorzubereiten. Geplant ist, dass Artemis 2 ab dem 6. Februar 2026 startet und eine zehn Tage dauernde Mondumrundung durchführt.

Die SLS Mondrakete mit dem Orion-Raumschiff und dem europäischen ESM auf dem Weg zur Startplattform in Florida. Foto: NASA
Ein historischer Moment
Der letzte bemannte Mondflug, Apollo 17, fand 1972 statt. Mit Artemis 2 kehrt die Menschheit nun zurück, um die Fortschritte der Raumfahrttechnologie und die wissenschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen. Diese Rückkehr zum Mond ist nicht nur ein Meilenstein für die NASA, sondern auch ein Symbol für internationale Zusammenarbeit, da die Mission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der kanadischen Weltraumagentur (CSA) durchgeführt wird.
Entscheidende Beteiligung Deutschlands
Ein zentrales Element der Artemis 2 Mission ist das europäische Servicemodul (ESM), das von Airbus Defence and Space in Bremen entwickelt und gebaut wurde. Das ESM liefert die Antriebskraft und die notwendigen Versorgungssysteme für das Orion-Raumschiff. Es ist ein Paradebeispiel für die europäische Technologie und zeigt, wie internationale Partnerschaften in der Raumfahrt funktionieren. Die Bedeutung des ESM wird besonders deutlich, da es die Lebensfähigkeit des Orion-Raumschiffs während der Mission sicherstellt und somit eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Artemis 2 Mission spielt.
Die Besatzung
Die Artemis 2 Mission wird von einer hochqualifizierten Crew durchgeführt, die aus vier Astronauten besteht:
- Reid Wiseman (Kommandant): Ein erfahrener Astronaut und ehemaliger Marinepilot, der bereits im All war.
- Victor Glover (Pilot): Ein aufstrebender Astronaut, der für seine lange Mission auf der Internationalen Raumstation bekannt ist.
- Christina Koch (Missionsspezialistin): Sie hält den Rekord für den längsten ununterbrochenen Aufenthalt einer Frau im All.
- Jeremy Hansen (Missionsspezialist): Ein kanadischer Astronaut, der bei Artemis 2 seinen ersten Raumflug antreten wird.
Diese Besatzung bringt eine Vielzahl von Erfahrungen und Fähigkeiten mit, die für die Mission von entscheidender Bedeutung sind.

Die Besatzung der NASA-Mission Artemis II (von links nach rechts): die NASA-Astronauten Christina Hammock Koch, Reid Wiseman (sitzend), Victor Glover und der Astronaut der kanadischen Raumfahrtbehörde CSA, Jeremy Hansen. Foto: NASA
Der geplante Missionsverlauf
Die Artemis 2 Mission beginnt mit dem Start von der Rampe 39B des Kennedy Space Centers in Florida, wobei die leistungsstarke Space Launch System (SLS) Rakete zum Einsatz kommt. Nach dem Start wird das Orion-Raumschiff in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, wo die Systeme der Lebenserhaltung getestet werden. Die Mission beinhaltet eine hochelliptische Bahn, in der das Raumschiff manuelle Manöver durchführen wird, bevor es in eine Translunar Injection übergeht, um den Mond zu umrunden.
Die gesamte Reise zum Mond ist auf etwa vier Tage angesetzt, gefolgt von weiteren vier Tagen für den Rückflug zur Erde. Die Orion-Kapsel wird im Pazifik landen, wo sie von der US Navy geborgen wird. Diese Mission ist nicht nur ein Testlauf für zukünftige Mondlandungen, sondern auch eine Gelegenheit, die Systeme und Abläufe an Bord des Orion-Raumschiffs zu erproben.

Der Flugplan der Artemis 2 Mission. Grafik: NASA
Sekundäre Nutzlasten
Neben der Hauptmission wird Artemis 2 auch mehrere Kleinsatelliten im Cubesat-Format transportieren. Diese Satelliten sollen verschiedene Experimente durchführen, darunter Tests elektronischer Bauteile für mögliche zukünftige Mondrover und Messungen der Strahlung im Weltraum. Zu den geplanten Nutzlasten gehören unter anderem:
- Tacheles: Ein Experiment eines Berliner Start-Up-Unternehmens, das elektronische Komponenten für Mondrover testet.
- K-Rad Cube: Ein südkoreanischer Satellit, der die Auswirkungen von Strahlung auf simuliertes menschliches Gewebe messen soll.
- Ein saudi-arabischer Satellit zur Beobachtung des Weltraumwetters.
- Atenea: Ein argentinischer Satellit, der verschiedene Strahlungsabschirmungen testen und das Strahlungsspektrum in der Erde-Umgebung messen soll.
Der Blick in die Zukunft
Die Artemis 2 Mission ist nicht nur ein Schritt in die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft der Raumfahrt. Die NASA plant, mit Artemis 3 die erste Frau und den nächsten Mann auf die Mondoberfläche zu bringen. Außerdem wird ein deutscher Astronaut in zukünftigen Missionen zum Mond fliegen, was die Rolle Deutschlands in der internationalen Raumfahrt weiter festigt.
Diese Rückkehr zum Mond steht nicht nur für technologische Errungenschaften, sondern auch für die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt. Die Mission wird eine Plattform bieten, um neue Technologien zu testen, die für zukünftige Marsmissionen unerlässlich sind.

Auch die Orion Raumkapsel soll wie das Apollo-Raumschiff im Pazifik Wassern. Die US-Navy steht dafür bereit. Foto: NASA
Eine historische Mission
Artemis 2 stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt dar, da sie die erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren ist. Mit dem Einsatz des in Deutschland gebauten ESM und der Beteiligung internationaler Partner zeigt die Mission, wie wichtig Zusammenarbeit und Innovation in der modernen Raumfahrt sind. Die Vorfreude auf die Rückkehr zum Mond ist groß, und die Artemis 2 Mission wird zweifellos eine Schlüsselrolle in der Erkundung des Weltraums spielen, die die Menschheit in eine neue Ära des Wissens und der Entdeckung führt.