Sternschnuppen, Polarlicht und eine totale Sonnenfinsternis – die astronomischen Highlights 2026

Von Marco A. Ludwig

Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

Das Jahr 2026 hält zahlreiche astronomische Highlights für Nachtschwärmer und Sternenfreunde bereit. So beginnt das Jahr mit zahlreichen Sternschnuppen des Meteorstroms der Quadrantiden. Ab März taucht die helle Venus am Abendhimmel auf. Im Sommer erwartet uns neben dem Perseidenmeteorstrom das astronomische Highlight des Jahres: Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August, welche in Nordspanien sogar als totale Sonnenfinsternis zu sehen ist. Nur zwei Wochen später folgt eine beeindruckende partielle Mondfinsternis. Der Supervollmond begleitet uns 2026 an Heilig Abend. Das ganze Jahr hindurch könnte immer wieder Polarlicht aufleuchten. Hier geben wir nun einen Überblick:

Sternschnuppen zu Beginn des Jahres:

Die intensivsten und damit interessantesten Meteorströme des Jahres sind die Quadrantiden (Maximum am 3./4. Januar), die Perseiden (Maximum am 13. August) und die Geminiden (Maximum am 14. Dezember).

Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Staubpartikel, die meist von Kometen abgesondert werden, mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre prallen und darin verglühen. Bei diesem Vorgang regen sie die Atmosphäre für einen Sekundenbruchteil zum Leuchten an. Die dann sichtbare helle Leuchtspur bezeichnen wir als Sternschnuppe oder Meteor. Die Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sind die drei intensivsten Meteorströme des Jahres

Ein heller Perseidenmeteor über Neumünster Tungendorf. Foto: Marco Ludwig

Planet Venus am Abendhimmel

Ab Ende Februar können aufmerksame Beobachter den hellen Planeten Venus am Abendhimmel beobachten. Nach der Sonne und dem Mond ist die Venus das dritthellste natürliche Gestirn am Firmament. Im Frühjahr 2026 erstrahlt sie in westlicher Richtung am Abendhimmel. Ein besonderer Hingucker wird für den Abend des 20. März erwartet. In der Abenddämmerung gesellt sich dann die schmale Mondsichel zur Venus, was auch ein besonders schönes Fotomotiv ergibt. Ein ähnliches Bild wird auch für die Abende des 19. April und des 18. Mai erwartet. Die Begegnung am 19. April birgt für Sternengucker einen besonderen Augenschmaus: Direkt unterhalb der Mondsichel befindet sich dann der bekannte offene Sternhaufen der Plejaden. Extrem nahe kommen sich Venus und Mond am 17. Juni. Danach endet die Abendsichtbarkeit unseres Nachbarplaneten. Am Morgen des 7. November taucht die schmale Mondsichel wieder neben der Venus auf. Dazu gesellt sich auch der helle Stern „Spica“.

Hier erstrahlt die Venus gemeinsam mit der schmalen Mondsichel neben der Sternwartenkuppel der vhs-Sternwarte Neumünster. Ein ähnliches Bild wird für den 20. März 2026 erwartet. Foto: Marco A. Ludwig

 Astronomisches Highlight des Jahres: Die Sonnenfinsternis vom 12. August

Am Mittwoch, dem 12. August, schiebt sich der Neumond teilweise vor die Sonne. Diese partielle Sonnenfinsternis kann europaweit beobachtet werden und an diesem Tag haben alle norddeutschen Bundesländer noch Ferien. In Schleswig-Holstein wird eine Bedeckung von rund  85% erwartet. In Teilen Spaniens sowie Island und Grönland kann diese „SoFi“ sogar als totale Sonnenfinsternis gesehen werden. In jenen Regionen verschwindet die Sonne für wenige Minuten komplett hinter dem Mond während kurzzeitig sogar Sterne am Himmel zu sehen sind. Im Schatten des Mondes zu stehen gilt als möglicherweise größtes Naturschauspiel auf unserem Planeten. Daher planen viele „SoFi-Fans“ Ihren Sommerurlaub in Spanien.

In der Totalitätszone in Nordspanien verschwindet die Sonne komplett hinter dem Mond. Für wenige Minuten wird die Korona, die äußere Atmosphäre der Sonne, sichtbar. Foto: M. Ludwig und S. Bruns

Obwohl diese Sonnenfinsternis bei uns nur partiell zu sehen sein wird, ist sie dennoch extrem sehenswert. Das Schauspiel beginnt in unseren Breiten abends um 19:13 Uhr (MESZ). Um 20:06 Uhr (MESZ) wird das Maximum der Finsternis erreicht und um 20:57 Uhr (MESZ) endet das Schauspiel schon wieder. Da diese SoFi in den Abendstunden stattfindet, geht die Sonne in Teilen Norddeutschlands unter, bevor die Sonnenfinsternis komplett beendet ist. Somit besteht die Chance zum Ende der partiellen Phase eindrucksvolle Fotos der untergehenden Sonne mit ein wenig Mond davor zu machen. Für eine professionelle Beobachtung zu empfehlen sind handelsübliche Sonnenfinsternisbrillen, die es im Fachhandel oder bei der Sternwarte ihres Vertrauens zu kaufen gibt.

Auf diesem Bild der partiellen Phase einer Sonnenfinsternis ist die ungefähre Bedeckung am 12. August zu erahnen. Foto: M. Ludwig und S. Bruns

Die partielle Mondfinsternis am 28. August

Nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis erscheint am Himmel schon das nächste kosmische Schattenspiel: Am morgen des 28. August schiebt sich der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird dabei teilweise, also partiell, verfinstert. Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie. Dabei wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird „verfinstert“. Bei einer partiellen Mondfinsternis verschwindet der Mond nicht komplett im Erdschatten. Bei dieser Mondfinsternis verschwindet der Mond jedoch bis zu 93,5%. Somit handelt es sich beinahe um eine totale Mondfinsternis. Da das Maximum in den Morgenstunden erwartet wird, können vor allem Frühaufsteher in den Genuss dieses Himmelschauspiels kommen. In Deutschland beginnt die partielle Phase um 04:34 (MESZ).  Die maximale Verfinsterung wird um 06:13 Uhr (MESZ) erreicht. Zu der Zeit steht der verfinsterte Mond bereits nahe am Horizont und geht gegen 06:28 Uhr (MESZ)* unter.

*= Diese Zeitangabe gilt für die Mitte Schleswig-Holsteins

Auf diesem Bild der partiellen Phase einer Mondfinsternis ist die ungefähre Verfindertung am 28. August zu erahnen. Foto: M. Ludwig, S. Bruns und M. Bruhn

 Der Mond bedeckt Planet Venus am 14. September

In der Mittagszeit des 14. September verschwindet der Planet Venus hinter der Mondsichel. Um 11:37 Uhr* schiebt sich der Mond zunächst mit seiner unbeleuchteten Seite vor die Venus, die innerhalb von einer Minute ganz verschwindet. Dieses Schauspiel ist besonders gut mit einem Fernglas oder Fernrohr zu beobachten. Rund eine Stunde später, gegen 12:40 Uhr* taucht die Venus auf der anderen, beleuchteten Seite, wieder auf.

*= Diese Zeitangabe gilt für die Mitte Schleswig-Holsteins

Polarlicht:

Polarlicht könnte das ganze Jahr hindurch auftauchen. Allerdings gab es im Jahr 2025 bereits deutlich weniger Polarlicht als 2024.  Die Sonne befindet sich aktuell immer noch in ihrem Aktivitätsmaximum, welches sich jedoch dem Ende neigt. Die Sonnenaktivität unterliegt einem 11-Jahres-Zyklus. Nordlichter bzw. Polarlichter werden durch geladene Partikel verursacht, die durch Sonneneruptionen ausgelöst und durch das Weltall bis zur Erde gelangen. Dort werden sie durch das Erdmagnetfeld auf die magnetischen Pole abgelenkt und treffen auf die Erdatmosphäre, welche sie zum Leuchten anregen. Besonders heftige Sonnenaktivität kann auch in unseren Breiten deutlich sichtbares Polarlicht auslösen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Polarlichtsichtungen in Norddeutschland. Interessierte können sich mithilfe von Polarlichtapps über aktuelle Sichtbarkeiten informieren lassen. Inzwischen können Polarlichter auch von modernen Handykameras aufgenommen werden.

Da sich die Sonne bereits seit gut drei Jahren sehr aktiv zeigt, vermuten Forscher, dass der aktuelle Aktivitätszyklus 2026 abflauen könnte. Polarlichtjäger sollten daher Ihre Erwartungen ein wenig herunterschrauben. Andererseits ist die Sonne auch immer wieder für Überraschungen gut.

Polarlicht an der Ostsee bei Stein (Kreis Plön) im Herbst 2023 – Foto: Antje Stoldt

Ein Weihnachtssupermond – Der größte Vollmond des Jahres am 24. Dezember:

Da der Mond sich auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet (die Bahn ist nicht kreisrund, sondern eher Eiförmig) kommt er der Erde immer wieder näher und entfernt sich dann wieder. Wenn Erdnähe und Vollmond an einem Tag zusammentreffen, spricht der Volksmund vom Supervollmond. Der Mond erscheint dann besonders groß. Dabei ergibt sich eine besonders gute Möglichkeit eindrucksvolle Bilder des Erdtrabanten zu machen. Gerade in Schleswig-Holstein, wo es an vielen Stellen eine gute Horizontsicht gibt, ist das besonders eindrucksvoll möglich. Die nächste Gelegenheit für spannende Bilder des Supervollmondes ergibt sich an Heilig Abend, dem 24. Dezember.

Der Vollmond in Erdnähe eignet sich besonders gut für eindrucksvolle Fotos mit schönen Vordergrundmotiven. Foto: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann

Textautor: Marco A. Ludwig – Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

Quelle:

Kosmos Himmelsjahr 2026, Hans-Ulrich Keller (Autor), Kosmos-Verlag

Verlag Spektrum der Wissenschaft, Sterne und Weltraum, 12/2025

Planetariumssoftware Stellarium

Text: Studienrat Marco A. Ludwig (ehrenamtlicher Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster)

Lektor: Dipl.-Phys. Jürgen Kahlhöfer 

Bildergalerie Astronomische Highlights 2026:

Weitere Informationen:

http://www.sternwarte-nms.de

Sternschnuppen, Polarlicht und Sonnenfinsternis – Das werden die astronomischen Highlights des neuen Jahres

Das Jahr 2025 hält zahlreiche astronomische Highlights für Sternenfreunde bereit. So beginnt das Jahr mit Sternschnuppen, der Venus am Abendhimmel und der Bedeckung des Saturns durch den Mond. Im März erwarten wir eine Partielle Sonnenfinsternis, im Sommer die Perseidenmeteore und im November den Supervollmond. Das ganze Jahr hindurch könnte immer wieder Polarlicht aufleuchten. Hier geben wir nun einen Überblick:

Sternschnuppen zu Beginn des Jahres:

Die intensivsten und damit interessantesten Meteorströme des Jahres sind die Quadrantiden (Maximum am 3./4. Januar), die Perseiden (Maximum am 12. August) und die Geminiden (Maximum am 13./14. Dezember).

Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Staubpartikel, die meist von Kometen abgesondert werden, mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre prallen und darin verglühen. Bei diesem Vorgang regen sie die Atmosphäre für einen Sekundenbruchteil zum Leuchten an. Die dann sichtbare helle Leuchtspur bezeichnen wir als Sternschnuppe oder Meteor. Die Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sind die drei intensivsten Meteorströme des Jahres

Ein heller Perseidenmeteor über Neumünster Tungendorf. Foto: Marco Ludwig

Planet Venus am Abendhimmel

Aktuell können aufmerksame Beobachter den hellen Planeten Venus am Abendhimmel beobachten. Nach der Sonne und dem Mond ist die Venus das dritthellste natürliche Gestirn am Firmament. Pünktlich zur Winterzeit erstrahlt sie nun in Südsüdwestlicher Richtung am Abendhimmel. Ein besonderer Hingucker wird für den Abend des 3. Januar erwartet. In der Abenddämmerung gesellt sich dann die Schmale Mondsichel zur Venus, was auch ein besonders schönes Fotomotiv ergibt. Ein ähnliches Bild wird auch für die Abende des 1. Februar und des 1. März erwartet. Danach endet die Abendsichtbarkeit unseres Nachbarplaneten.  

Hier erstrahlt die Venus gemeinsam mit der schmalen Mondsichel neben der Sternwartenkuppel der vhs-Sternwarte Neumünster. Ein ähnliches Bild wird für den 3. Januar 2025 erwartet. Foto: Marco A. Ludwig

 Der Mond bedeckt Planet Saturn am 4. Januar

Anfang Januar gibt es neben dem Meteorstrom der Quadrantiden sowie der Venus am Abendhimmel ein weiteres astronomisches Bonbon zu bestaunen: In den Abendstunden verschwindet der Ringplanet Saturn hinter der Mondsichel. Um 18:30 Uhr schiebt sich der Mond zunächst mit seiner unbeleuchteten Seite vor den Saturn, der innerhalb von einer Minute ganz verschwindet. Dieses Schauspiel ist besonders gut mit einem Fernglas oder Fernrohr zu beobachten. Rund eine Stunde später, gegen 19:35 Uhr taucht der Saturn auf der anderen, beleuchteten Seite, wieder auf.

Die Sonnenfinsternis vom 29. März

Am Samstag, dem 29. März, schiebt sich der Neumond teilweise vor die Sonne. Diese partielle Sonnenfinsternis kann besonders gut in Schleswig-Holstein beobachtet werden, da hier eine Bedeckung von rund 22 % zu erwarten ist. In Berlin dagegen sind es nur rund 15 % und weiter südlich sogar noch weniger. Die „SoFi“ beginnt in unseren Breiten um 11:26 Uhr. Um 12:18 Uhr wird das Maximum der Finsternis erreicht und um 13:11 Uhr endet das Schauspiel schon wieder. Da diese SoFi an einem Wochenende zur Mittagszeit stattfindet, besteht für viele Interessierte die Möglichkeit sich dieses Himmelspektakel anzuschauen. Zu empfehlen sind hierzu handelsübliche Sonnenfinsternisbrillen, die es im Fachhandel oder bei der Sternwarte ihres Vertrauens zu kaufen gibt. An diesem Tag findet auch der Bundesweite Astronomietag statt, weshalb viele Sternwarten in ganz Deutschland Möglichkeiten zur professionellen Beobachtung der SoFi anbieten werden.

Auf diesem Bild der partiellen Phase einer Sonnenfinsternis ist die ungefähre Bedeckung am 29. März zu erahnen. Foto: M. Ludwig und S. Bruns

Polarlicht:

Polarlicht könnte das ganze Jahr auftauchen. Die Sonne befindet sich aktuell in ihrem Aktivitätsmaximum. Dieses unterliegt einem 11-Jahres Zyklus. Nordlichter bzw. Polarlichter werden durch geladene Partikel verursacht, die durch Sonneneruptionen ausgelöst und durch das Weltall bis zur Erde gelangen. Dort werden sie durch das Erdmagnetfeld auf die magnetischen Pole abgelenkt und treffen auf die Erdatmosphäre, welche sie zum Leuchten anregen. Besonders heftige Sonnenaktivität kann auch in unseren Breiten deutlich sichtbares Polarlicht auslösen. Bereits im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Polarlichtsichtungen in Norddeutschland. Interessierte können sich mithilfe von Polarlichtapps über aktuelle Sichtbarkeiten informieren lassen. Inzwischen können Polarlichter auch von modernen Handykameras aufgenommen werden.

Da sich die Sonne bereits seit gut zwei Jahren sehr aktiv zeigt, vermuten Forscher, dass der aktuelle Aktivitätszyklus 2025 enden könnte. In den Folgejahren dürften in unseren Breiten dann kaum noch Polarlichter zu sehen sein.

Polarlicht an der Ostsee bei Stein (Kreis Plön) im Herbst 2023 – Foto: Antje Stoldt

Supervollmond am 5. November:

Da der Mond sich auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet (die Bahn ist nicht kreisrund, sondern eher Eiförmig) kommt er der Erde immer wieder näher und entfernt sich dann wieder. Wenn Erdnähe und Vollmond an einem Tag zusammentreffen, spricht der Volksmund vom Supervollmond. Der Mond erscheint dann besonders groß. Dabei ergibt sich eine besonders gute Möglichkeit eindrucksvolle Bilder des Erdtrabanten zu machen. Gerade in Schleswig-Holstein, wo es an vielen Stellen eine gute Horizontsicht gibt, ist das besonders eindrucksvoll möglich. Die nächste Gelegenheit für spannende Bilder des Supervollmondes ergibt sich am 5. November.

Der Vollmond in Erdnähe eignet sich besonders gut für eindrucksvolle Fotos mit schönen Vordergrundmotiven. Foto: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann

 

Textautor: Marco A. Ludwig – Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

 

Quelle:

Kosmos Himmelsjahr 2025, Hans-Ulrich Keller (Autor), Kosmos-Verlag

Planetariumssoftware Stellarium

Bildergalerie Astronomische Highlights 2025:

 

Weitere Informationen:

http://www.sternwarte-nms.de

Tanz der Naturschauspiele – Perseiden und Nordlichter

Jeden August besteht die Möglichkeit, besonders viele Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten. Der Grund: Die Erde kreuzt jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt die Umlaufbahn des kurzperiodischen Kometen „109P Swift-Tuttle“. Während dieser durchs Sonnensystem wandert, hinterlässt der Komet durch seine Erwärmung ganz viel Staub und auch Gesteinsbrocken. Diese dringen mit enorm hoher Geschwindigkeit nun in die Erdatmosphäre ein und ionisieren die Luftmoleküle, also regen sie praktisch zum Leuchten an. Auf der Erde kennen wir dieses Phänomen eben als Sternschnuppe. In der Fachsprache werden sie „Meteore“ genannt. Dabei scheinen alle Meteore aus einem Punkt zu kommen, dem Radianten. Da dieser im Sternbild Perseus liegt, ist der Sternschnuppenstrom auch nach dem Sternbild benannt – Die Perseiden. Um dieses Naturschauspiel sowohl visuell als auch fotografisch mitzuerleben und festhalten zu können, machten sich einige Mitglieder der vhs-Sternwarte Neumünster am Abend des Perseiden-Maximums, dem 13.08 zum Einfelder See auf. Voller Vorfreude bauten wir unsere Kameras auf und warteten auf den Einbruch der Dunkelheit. 

Als es dann ausreichend dunkel geworden war, wurde schnell klar, dass es gute Chancen gab, noch ein weiteres Naturschauspiel zu bestaunen: Nordlichter! An diesem Abend waren über dem Einfelder See helle Nordlichter beobachtbar, auch mit dem bloßen Auge. Nicht nur die Fotografen waren vom Anblick der Perseiden-Sternschnuppen und der Nordlichter komplett überwältigt, sondern auch viele Leute, welche an diesem Abend ebenso in den Himmel schauen wollten. Die in der Fachsprache „Aurora Borealis“ genannten Nordlichter entstehen, wenn geladene Teilchen, welche von der Sonne als Sonnenwind abgeschleudert werden, auf das Erdmagnetfeld treffen. Im Extremfall verformen sich die Magnetfeldlinien dabei so, dass die geladenen Teilchen sogar in unseren Breiten Kontakt mit der Luft haben und entsprechend diese auch zum Leuchten anregen, was dann Nordlichter erscheinen lässt.  

In dieser Nacht entstanden von den Fotografen der Sternwarte allerlei beeindruckende Bilder der zwei harmonierenden Naturschauspiele, welche man in der Galerie unten begutachten kann.

Die astronomischen Highlights des Jahres 2024 – Polarlicht, Mondfinsternis und Kometen

Auch das Jahr 2024 hält zahlreiche astronomische Highlights für Sternenfreunde bereit. Hier geben wir einen Überblick:

Polarlicht:

Polarlicht könnte das ganze Jahr auftauchen. Die Sonne befindet sich aktuell in ihrem Aktivitätsmaximum. Dieses unterliegt einem 11-Jahres Zyklus. Nordlichter bzw. Polarlichter werden durch geladene Partikel verursacht, die durch Sonneneruptionen ausgelöst durch das Weltall bis zur Erde gelangen. Dort werden sie durch das Erdmagnetfeld auf die magnetischen Pole abgelenkt und treffen auf die Erdatmosphäre, welche sie zum Leuchten anregen. Besonders heftige Sonnenaktivität kann auch in unseren Breiten deutlich sichtbares Polarlicht auslösen.

Polarlicht an der Ostsee bei Stein (Kreis Plön) im Herbst 2023 - Foto: Antje Stoldt

Polarlicht an der Ostsee bei Stein (Kreis Plön) im Herbst 2023 – Foto: Antje Stoldt

Sternschnuppen / Meteore:

Die intensivsten und damit interessantesten Meteorströme des Jahres sind die Quadrantiden (Maximum am 3./4. Januar), die Perseiden (Maximum am 12. August) und die Geminiden (Maximum am 14. Dezember).

Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Staubpartikel, die meist von Kometen abgesondert werden, mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre prallen und darin verglühen. Bei diesem Vorgang regen sie die Atmosphäre für einen Sekundenbruchteil zum Leuchten an. Die dann sichtbare helle Leuchtspur bezeichnen wir als Sternschnuppe oder Meteor. Die Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sind die drei intensivsten Meteorströme des Jahres.

Ein Perseidenmeteor über Neumünster. Foto: Marco A. Ludwig

Ein Perseidenmeteor über Neumünster. Foto: Marco A. Ludwig

Bedeckung des Planeten Saturn durch den Mond:

Ein ganz besonderes Highlight ist die Bedeckung des Planeten Saturn durch den fast vollen Mond am Morgen des 21. August. Gegen 5:33Uhr schiebt sich der Mond vor den Planeten, gegen 6:25 (nach Sonnenaufgang) kommt Saturn an der schmalen dunklen Seite des Mondes wieder hervor. Dieses Ereignis ist zwar mit bloßen Augen sichtbar, erscheint beim Blick durch ein Fernrohr jedoch sehr spektakulär, da man auch den Ring des Saturn langsam am Mondrand verschwinden sieht.

Mit der Software „Stellarium“ lässt sich die Bedeckung durch den Mond simulieren. www.stellarium.org

Supervollmond:

Da der Mond sich auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet (die Bahn ist nicht kreisrund, sondern eher Eiförmig) kommt er der Erde immer wieder näher und entfernt sich dann wieder. Wenn Erdnähe und Vollmond an einem Tag zusammentreffen, spricht der Volksmund vom Supervollmond. Der Mond erscheint dann besonders groß. Dies wird in diesem Jahr am 17. September stattfinden. In der gleichen Nacht findet auch die partielle Mondfinsternis statt.

Der Vollmond in Erdnähe eignet sich besonders gut für eindrucksvoll Fotos mit schönen Vordergrundmotiven. Foto: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann

Der Vollmond in Erdnähe eignet sich besonders gut für eindrucksvoll Fotos mit schönen Vordergrundmotiven. Foto: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann

Partielle Mondfinsterns

In den Morgenstunden des 18. September streift der Vollmond den Schatten der Erde. Dabei verdunkelt sich der Rand des Mondes merklich. Einen solchen Vorgang nennt man partielle Mondfinsternis, da der Mond nur teilweise verdunkelt wird.

Bei einer Partiellen Mondfinsternis verdunkelt sich nur ein Teil der Mondoberfläche. Foto: Marco A. Ludwig

Bei einer Partiellen Mondfinsternis verdunkelt sich nur ein Teil der Mondoberfläche. Foto: Marco A. Ludwig

Zwei Kometen in einem Jahr:

Astronomen freuen sich in diesem Jahr besonders auf den Komet C/2023 A3 Tsuchinshan-Atlas. Helligkeitsprognosen sind bei Kometen immer sehr schwierig. Experten gehen jedoch davon aus, dass dieser Schweifstern Mitte Oktober mit bloßem Auge zu sehen ist. Sicherlich ergäbe ein solcher Komet ein schönes Motiv für spannende Fotos.

Bereits im April soll der Komet 12P/Pons-Brooks auftauchen. Er dürfte aber nur knapp mit bloßem Auge zu erkennen sein, weshalb sich die Beobachtung nur mit Ferngläsern oder Teleskopen lohnt.

Komet NEOWISE über der Skyline von Neumünster. Foto: Marco A. Ludwig und Katharina Behrendt

Komet NEOWISE über der Skyline von Neumünster. Foto: Marco A. Ludwig und Katharina Behrendt

 

 

Polarlicht am Fehmarnsund

Eine schlaflose Nacht hatten die Polarlichtjäger in Norddeutschland  von Freitag auf Samstag. Die Sonne hatte zwei Tage zuvor einen X-Klasse CME  ( CME = englisch: Coronal Mass Ejection –  deutsch: Koronaler Massenauswurf) in Richtung Erde geschickt, der am Nachmittag des 12. September auf unserem Heimatplaneten ankommen sollte.

Die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter auch in unseren Breiten ist nach so einem ausgeprägten solaren Ereignis sehr hoch. Da auch noch günstige Wetterverhältnisse vorhergesagt wurden, machten sich zahlreiche Himmelsfotografen auf, um dieses seltene Naturschauspiel zu beobachten.

Auch an der vhs-Sternwarte Neumünster bereitete man sich auf die Ankunft des Nordlichtes vor. Am Einfelder See stellten Katharina Behrendt und Jürgen Kahlhöfer ihre Kameras auf, während sich Stefan Bruns und Marco Ludwig auf den weiten Weg zum Fehmarnsund machten. Während sich am See jedoch Wolken und Nebel ausbreiteten gab es am Meer einen sternenklaren Himmel.


Polarlicht-Video am 12.09.2014 über der Fehmarnsundbrücke. Fotografen: Marco Ludwig und Stefan Bruns

Gegen 22:45 Uhr zeigte sich auf den Kameras von Stefan Bruns und Marco Ludwig tatsächlich erstes Polarlicht. Dies sollte in den folgenden 20 Minuten noch intensiver und sogar mit bloßem Auge sichtbar werden. Danach folgte eine Pause bis erneut kurz vor Mitternacht ein intensiver roter und grüner Schein auf den Fotos zu erkennen war.

Visuell war dieses Polarlicht jedoch deutlich weniger spektakulär, was wohl auch dem äußerst hell scheinenden Mond geschuldet war. Dieser sorgte aber wenigstens für eine deutliche Aufhellung der Landschaft und der bekannten Fehmarnsundbrücke, die auf den zahlreichen Bildern gut zu erkennen ist.

Die Jagd auf Polarlichter bleibt also weiterhin eine spannende und unberechenbare Freizeitbeschäftigung. Aber die außergewöhnlichen Bilder entlohnen einen doch irgendwie für den großen Aufwand.

Nordlichter unter sich….

27. Februar,  21:00 Uhr.

Mein Handy klingelt. Marco ist dran und sagt nur ein Wort: Polarlicht !

Es ist der Abend des 27. Februars und in Schleswig Holstein war eines der prächtigsten Nordlichter zu sehen.
Später berichtet er das er noch nie jemanden so sauer auf das magische Wort „Polarlicht“ hat reagieren hören.

Aber warum ?

Ich hatte all meine Fotosachen bereits eingepackt weil ich nächsten Tag nach Tromsö im Norden Norwegens aufbrach um genau diese Polarlichter zu sehen und zu fotografieren. Und jetzt kommen die her !

Es war schon lange mein Wunsch einmal unter diesem Lichterschein zu stehen und Bilder zu machen. Im Februar 2014 war es dann soweit.

Wie es mit dem Reisebericht weitergeht, könnt hier in diesem Artikel weiterlesen:

Stefans Reisebericht „Nordlichter unter sich“

Und bis dahin…… Hier sind noch mehr Impressionen: