Sternschnuppen, Polarlicht und eine totale Sonnenfinsternis – die astronomischen Highlights 2026

Von Marco A. Ludwig

Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

Das Jahr 2026 hält zahlreiche astronomische Highlights für Nachtschwärmer und Sternenfreunde bereit. So beginnt das Jahr mit zahlreichen Sternschnuppen des Meteorstroms der Quadrantiden. Ab März taucht die helle Venus am Abendhimmel auf. Im Sommer erwartet uns neben dem Perseidenmeteorstrom das astronomische Highlight des Jahres: Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August, welche in Nordspanien sogar als totale Sonnenfinsternis zu sehen ist. Nur zwei Wochen später folgt eine beeindruckende partielle Mondfinsternis. Der Supervollmond begleitet uns 2026 an Heilig Abend. Das ganze Jahr hindurch könnte immer wieder Polarlicht aufleuchten. Hier geben wir nun einen Überblick:

Sternschnuppen zu Beginn des Jahres:

Die intensivsten und damit interessantesten Meteorströme des Jahres sind die Quadrantiden (Maximum am 3./4. Januar), die Perseiden (Maximum am 13. August) und die Geminiden (Maximum am 14. Dezember).

Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Staubpartikel, die meist von Kometen abgesondert werden, mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre prallen und darin verglühen. Bei diesem Vorgang regen sie die Atmosphäre für einen Sekundenbruchteil zum Leuchten an. Die dann sichtbare helle Leuchtspur bezeichnen wir als Sternschnuppe oder Meteor. Die Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sind die drei intensivsten Meteorströme des Jahres

Ein heller Perseidenmeteor über Neumünster Tungendorf. Foto: Marco Ludwig

Planet Venus am Abendhimmel

Ab Ende Februar können aufmerksame Beobachter den hellen Planeten Venus am Abendhimmel beobachten. Nach der Sonne und dem Mond ist die Venus das dritthellste natürliche Gestirn am Firmament. Im Frühjahr 2026 erstrahlt sie in westlicher Richtung am Abendhimmel. Ein besonderer Hingucker wird für den Abend des 20. März erwartet. In der Abenddämmerung gesellt sich dann die schmale Mondsichel zur Venus, was auch ein besonders schönes Fotomotiv ergibt. Ein ähnliches Bild wird auch für die Abende des 19. April und des 18. Mai erwartet. Die Begegnung am 19. April birgt für Sternengucker einen besonderen Augenschmaus: Direkt unterhalb der Mondsichel befindet sich dann der bekannte offene Sternhaufen der Plejaden. Extrem nahe kommen sich Venus und Mond am 17. Juni. Danach endet die Abendsichtbarkeit unseres Nachbarplaneten. Am Morgen des 7. November taucht die schmale Mondsichel wieder neben der Venus auf. Dazu gesellt sich auch der helle Stern „Spica“.

Hier erstrahlt die Venus gemeinsam mit der schmalen Mondsichel neben der Sternwartenkuppel der vhs-Sternwarte Neumünster. Ein ähnliches Bild wird für den 20. März 2026 erwartet. Foto: Marco A. Ludwig

 Astronomisches Highlight des Jahres: Die Sonnenfinsternis vom 12. August

Am Mittwoch, dem 12. August, schiebt sich der Neumond teilweise vor die Sonne. Diese partielle Sonnenfinsternis kann europaweit beobachtet werden und an diesem Tag haben alle norddeutschen Bundesländer noch Ferien. In Schleswig-Holstein wird eine Bedeckung von rund  85% erwartet. In Teilen Spaniens sowie Island und Grönland kann diese „SoFi“ sogar als totale Sonnenfinsternis gesehen werden. In jenen Regionen verschwindet die Sonne für wenige Minuten komplett hinter dem Mond während kurzzeitig sogar Sterne am Himmel zu sehen sind. Im Schatten des Mondes zu stehen gilt als möglicherweise größtes Naturschauspiel auf unserem Planeten. Daher planen viele „SoFi-Fans“ Ihren Sommerurlaub in Spanien.

In der Totalitätszone in Nordspanien verschwindet die Sonne komplett hinter dem Mond. Für wenige Minuten wird die Korona, die äußere Atmosphäre der Sonne, sichtbar. Foto: M. Ludwig und S. Bruns

Obwohl diese Sonnenfinsternis bei uns nur partiell zu sehen sein wird, ist sie dennoch extrem sehenswert. Das Schauspiel beginnt in unseren Breiten abends um 19:13 Uhr (MESZ). Um 20:06 Uhr (MESZ) wird das Maximum der Finsternis erreicht und um 20:57 Uhr (MESZ) endet das Schauspiel schon wieder. Da diese SoFi in den Abendstunden stattfindet, geht die Sonne in Teilen Norddeutschlands unter, bevor die Sonnenfinsternis komplett beendet ist. Somit besteht die Chance zum Ende der partiellen Phase eindrucksvolle Fotos der untergehenden Sonne mit ein wenig Mond davor zu machen. Für eine professionelle Beobachtung zu empfehlen sind handelsübliche Sonnenfinsternisbrillen, die es im Fachhandel oder bei der Sternwarte ihres Vertrauens zu kaufen gibt.

Auf diesem Bild der partiellen Phase einer Sonnenfinsternis ist die ungefähre Bedeckung am 12. August zu erahnen. Foto: M. Ludwig und S. Bruns

Die partielle Mondfinsternis am 28. August

Nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis erscheint am Himmel schon das nächste kosmische Schattenspiel: Am morgen des 28. August schiebt sich der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird dabei teilweise, also partiell, verfinstert. Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie. Dabei wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird „verfinstert“. Bei einer partiellen Mondfinsternis verschwindet der Mond nicht komplett im Erdschatten. Bei dieser Mondfinsternis verschwindet der Mond jedoch bis zu 93,5%. Somit handelt es sich beinahe um eine totale Mondfinsternis. Da das Maximum in den Morgenstunden erwartet wird, können vor allem Frühaufsteher in den Genuss dieses Himmelschauspiels kommen. In Deutschland beginnt die partielle Phase um 04:34 (MESZ).  Die maximale Verfinsterung wird um 06:13 Uhr (MESZ) erreicht. Zu der Zeit steht der verfinsterte Mond bereits nahe am Horizont und geht gegen 06:28 Uhr (MESZ)* unter.

*= Diese Zeitangabe gilt für die Mitte Schleswig-Holsteins

Auf diesem Bild der partiellen Phase einer Mondfinsternis ist die ungefähre Verfindertung am 28. August zu erahnen. Foto: M. Ludwig, S. Bruns und M. Bruhn

 Der Mond bedeckt Planet Venus am 14. September

In der Mittagszeit des 14. September verschwindet der Planet Venus hinter der Mondsichel. Um 11:37 Uhr* schiebt sich der Mond zunächst mit seiner unbeleuchteten Seite vor die Venus, die innerhalb von einer Minute ganz verschwindet. Dieses Schauspiel ist besonders gut mit einem Fernglas oder Fernrohr zu beobachten. Rund eine Stunde später, gegen 12:40 Uhr* taucht die Venus auf der anderen, beleuchteten Seite, wieder auf.

*= Diese Zeitangabe gilt für die Mitte Schleswig-Holsteins

Polarlicht:

Polarlicht könnte das ganze Jahr hindurch auftauchen. Allerdings gab es im Jahr 2025 bereits deutlich weniger Polarlicht als 2024.  Die Sonne befindet sich aktuell immer noch in ihrem Aktivitätsmaximum, welches sich jedoch dem Ende neigt. Die Sonnenaktivität unterliegt einem 11-Jahres-Zyklus. Nordlichter bzw. Polarlichter werden durch geladene Partikel verursacht, die durch Sonneneruptionen ausgelöst und durch das Weltall bis zur Erde gelangen. Dort werden sie durch das Erdmagnetfeld auf die magnetischen Pole abgelenkt und treffen auf die Erdatmosphäre, welche sie zum Leuchten anregen. Besonders heftige Sonnenaktivität kann auch in unseren Breiten deutlich sichtbares Polarlicht auslösen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Polarlichtsichtungen in Norddeutschland. Interessierte können sich mithilfe von Polarlichtapps über aktuelle Sichtbarkeiten informieren lassen. Inzwischen können Polarlichter auch von modernen Handykameras aufgenommen werden.

Da sich die Sonne bereits seit gut drei Jahren sehr aktiv zeigt, vermuten Forscher, dass der aktuelle Aktivitätszyklus 2026 abflauen könnte. Polarlichtjäger sollten daher Ihre Erwartungen ein wenig herunterschrauben. Andererseits ist die Sonne auch immer wieder für Überraschungen gut.

Polarlicht an der Ostsee bei Stein (Kreis Plön) im Herbst 2023 – Foto: Antje Stoldt

Ein Weihnachtssupermond – Der größte Vollmond des Jahres am 24. Dezember:

Da der Mond sich auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet (die Bahn ist nicht kreisrund, sondern eher Eiförmig) kommt er der Erde immer wieder näher und entfernt sich dann wieder. Wenn Erdnähe und Vollmond an einem Tag zusammentreffen, spricht der Volksmund vom Supervollmond. Der Mond erscheint dann besonders groß. Dabei ergibt sich eine besonders gute Möglichkeit eindrucksvolle Bilder des Erdtrabanten zu machen. Gerade in Schleswig-Holstein, wo es an vielen Stellen eine gute Horizontsicht gibt, ist das besonders eindrucksvoll möglich. Die nächste Gelegenheit für spannende Bilder des Supervollmondes ergibt sich an Heilig Abend, dem 24. Dezember.

Der Vollmond in Erdnähe eignet sich besonders gut für eindrucksvolle Fotos mit schönen Vordergrundmotiven. Foto: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann

Textautor: Marco A. Ludwig – Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

Quelle:

Kosmos Himmelsjahr 2026, Hans-Ulrich Keller (Autor), Kosmos-Verlag

Verlag Spektrum der Wissenschaft, Sterne und Weltraum, 12/2025

Planetariumssoftware Stellarium

Text: Studienrat Marco A. Ludwig (ehrenamtlicher Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster)

Lektor: Dipl.-Phys. Jürgen Kahlhöfer 

Bildergalerie Astronomische Highlights 2026:

Weitere Informationen:

http://www.sternwarte-nms.de

Der Supermond am 4./5. Dezember

Von Marco A. Ludwig

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten. Aber warum erscheint er mal größer und mal kleiner?

Der untergehende Supervollmond am 27. April 2021 über der Rendsburger Eisenbahnbrücke am Nord-Ostsee Kanal. (Fotografen: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann)

Während seines Umlaufes um die Erde kommt der Mond uns immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d. h. seine Bahn ist nicht kreisrund, sondern etwas eiförmig. Dabei schwankt seine Entfernung zwischen rund 405 500 km (Apogäum = Erdferne) und rund 363 300 km (Perigäum = Erdnähe). Entsprechend erscheint der Mond im Apogäum kleiner und im Perigäum größer am Himmel.

Tatsächlich können sich Erde und Mond sogar noch näherkommen oder weiter entfernen, weil dabei auch die Anziehungskraft der Sonne noch mitspielt. Diese Entfernungsangaben beziehen sich auf Erdmittelpunkt und Mondmittelpunkt. Für einen Beobachter auf der Erdoberfläche ist die Entfernung zum Mond noch kürzer. In der Nacht vom 4. zum 5. Dezember kommt der Mond für einen Beobachter in Schleswig-Holstein bis auf rund 351548 km heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht, und zufällig fast gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde einen sogenannten „Supervollmond“ oder auch „Supermond“

Vergleicht man den größten möglichen Vollmond mit dem kleinstmöglichen Vollmond, so erscheint unser Erdbegleiter im Durchmesser bis zu 14 Prozent größer. Das entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen einer 2 € und einer 1 € Münze.

Größenvergleich des Vollmondes in Erdnähe und Erdferne. Diese Bilder wurden an der vhs-Sternwarte Neumünster aufgenommen. (Fotograf: Marco Ludwig)

Während der Supervollmond sich bei Nachtschwärmern großer Beliebtheit erfreut, sorgt er bei Astronomen eher für Achselzucken. Aufgrund der enormen Helligkeit des Mondes können Sternengucker den Sternenhimmel nämlich kaum erkennen. Die Atmosphäre wird durch den Vollmond so stark aufgehellt, dass nur noch sehr helle Sterne zu sehen sind. Milchstraße, Kugelsternhaufen oder Galaxien werden dann vom hellen Mondlicht überstrahlt. Für Hobbyfotografen bietet sich jedoch eine besondere Möglichkeit, den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten. Gerade in Schleswig-Holstein, wo kaum ein Berg die Sicht versperrt, ergeben sich da hervorragende Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder mit Kirchtürmen, Mühlen, Leuchttürmen u.v.m.. Diese Gelegenheit sollte man sich, sofern das Wetter mitspielt, nicht entgehen lassen. Am 4.. Dezember wird der Vollmond ab ca. 15:20 Uhr (MEZ) aufgehen.

Übrigens: In diesem Jahr sind zwei Supervollmonde zu sehen. Der Novembervollmond war nur unwesentlich näher an der Erde, als der Dezembervollmond. 

Siehe auch:

Kosmos Himmelsjahr 2025, Seite 251

Planetariumssoftware „Stellarium“

Bildergalerie der vhs-Sternwarte Neumünster – Der Vollmond:

Der größte Vollmond des Jahres – Supermond am 5. November

Von Marco A. Ludwig

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten. Aber warum erscheint er mal größer und mal kleiner?

Der untergehende Supervollmond am 27. April 2021 über der Rendsburger Eisenbahnbrücke am Nord-Ostsee Kanal. (Fotografen: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann)

Während seines Umlaufes um die Erde kommt der Mond uns immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d. h. seine Bahn ist nicht kreisrund, sondern etwas eiförmig. Dabei schwankt seine Entfernung zwischen rund 405 500 km (Apogäum = Erdferne) und rund 363 300 km (Perigäum = Erdnähe). Entsprechend erscheint der Mond im Apogäum kleiner und im Perigäum größer am Himmel.

Tatsächlich können sich Erde und Mond sogar noch näherkommen oder weiter entfernen, weil dabei auch die Anziehungskraft der Sonne noch mitspielt. Diese Entfernungsangaben beziehen sich auf Erdmittelpunkt und Mondmittelpunkt. Für einen Beobachter auf der Erdoberfläche ist die Entfernung zum Mond noch kürzer. In der Nacht vom 5. zum 6. November kommt der Mond für einen Beobachter in Schleswig-Holstein bis auf rund 351460 km heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht, und zufällig fast gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde einen sogenannten „Supervollmond“ oder auch „Supermond“

Vergleicht man den größten möglichen Vollmond mit dem kleinstmöglichen Vollmond, so erscheint unser Erdbegleiter im Durchmesser bis zu 14 Prozent größer. Das entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen einer 2 € und einer 1 € Münze.

Größenvergleich des Vollmondes in Erdnähe und Erdferne. Diese Bilder wurden an der vhs-Sternwarte Neumünster aufgenommen. (Fotograf: Marco Ludwig)

Während der Supervollmond sich bei Nachtschwärmern großer Beliebtheit erfreut, sorgt er bei Astronomen eher für Achselzucken. Aufgrund der enormen Helligkeit des Mondes können Sternengucker den Sternenhimmel nämlich kaum erkennen. Die Atmosphäre wird durch den Vollmond so stark aufgehellt, dass nur noch sehr helle Sterne zu sehen sind. Milchstraße, Kugelsternhaufen oder Galaxien werden dann vom hellen Mondlicht überstrahlt. Genau dieser Effekt sorgt derzeit bei Kometenjägern für Frust. Der Komet C/2025 A6 Lemmon erreicht dieser Tage seine größte Annäherung an die Sonne, was zu einem imposanten Kometenschweif führt. Leider wird dieser Schweif ebenfalls durch das helle Mondlicht überstrahlt, weshalb Beobachter auf der Erde nur einen Bruchteil der Kometenpracht wahrnehmen können. 

Für Hobbyfotografen bietet sich jedoch eine besondere Möglichkeit, den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten. Gerade in Schleswig-Holstein, wo kaum ein Berg die Sicht versperrt, ergeben sich da hervorragende Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder mit Kirchtürmen, Mühlen, Leuchttürmen u.v.m.. Diese Gelegenheit sollte man sich, sofern das Wetter mitspielt, nicht entgehen lassen. Am 5. November wird der Vollmond ab ca. 16:19 Uhr (MEZ) aufgehen.

Übrigens: Auch in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember steht ein Supervollmond an. Der Mond wird seinen Erdnächsten Punkt dann rund 12 Stunden vor der Vollmondphase erreichen.

Siehe auch:

Kosmos Himmelsjahr 2025, Seite 233

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Bildergalerie der vhs-Sternwarte Neumünster – Der Vollmond:

Supervollmond mit Delle – Eine partielle Mondfinsternis in der Nacht vom 17. auf den 18. September

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten. In der Nacht zum 18. September erscheint er besonders groß und bekommt auch noch eine Delle.

Der untergehende Supervollmond am 27. April 2021 über der Rendsburger Eisenbahnbrücke am Nord-Ostsee Kanal. (Fotografen: Marco Ludwig und Eckard Bachmann)

Während seines Umlaufes um die Erde kommt der Mond uns immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d. h. seine Bahn ist nicht kreisrund, sondern etwas eiförmig. Dabei schwankt seine Entfernung zwischen rund 405 500 km (Apogäum = Erdferne) und rund 363 300 km (Perigäum = Erdnähe). Entsprechend erscheint der Mond im Apogäum kleiner und im Perigäum größer am Himmel.

Tatsächlich können sich Erde und Mond sogar noch näherkommen oder weiter entfernen, weil dabei auch die Anziehungskraft der Sonne noch mitspielt. Diese Entfernungsangaben beziehen sich auf Erdmittelpunkt und Mondmittelpunkt. Für einen Beobachter auf der Erdoberfläche ist die Entfernung zum Mond noch kürzer. In der Nacht vom 17. auf den 18. September kommt der Mond für einen Beobachter in Schleswig-Holstein bis auf rund 355 000 km heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht, und zufällig fast gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde einen sogenannten „Supervollmond“. Somit erleben wir den größten Vollmond des Jahres in der Nacht vom 17. auf den 18. September.  Vergleicht man nun den größten möglichen Vollmond mit dem kleinstmöglichen Vollmond, so erscheint unser Erdbegleiter im Durchmesser bis zu 14 Prozent größer. Das entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen einer 2 € und einer 1 € Münze.

In diesem Jahr wird der Supervollmond jedoch von einem weiteren besonderen Himmelsschauspiel begleitet: Einer partiellen Mondfinsternis. Dabei streift der Vollmond den Schatten der Erde, wobei sich der Rand des eigentlich vollen Mondes zeitweise verdunkelt. Da jedoch im Maximum der Verfinsterung nur rund 9% des Mondes verdunkelt werden, erkennt man am Mondrand nur eine Delle.

Aufmerksame Beobachter können den Eintritt in den Kernschatten am Morgen des 18. September um 04:12 Uhr beobachten. Die Maximale Verfinsterung tritt schon um 04:44 Uhr ein und der Austritt aus dem Kernschatten wird für 05:17 Uhr erwartet.

Am Morgen des 18. September wird es nicht nur einen Supervollmond, sondern auch eine partielle Mondfinsternis zu sehen geben. Allerdings werden nur rund 9% des Mondes im Schatten der Erde verschwinden. (Fotograf: Marco Ludwig)

Während der Supervollmond sich bei Nachtschwärmern großer Beliebtheit erfreut, sorgt er bei Astronomen eher für Achselzucken. Aufgrund der enormen Helligkeit des Mondes können Sternengucker den Sternenhimmel nämlich kaum erkennen. Die Atmosphäre wird durch den Vollmond so stark aufgehellt, dass nur noch sehr helle Sterne zu sehen sind. Milchstraße, Kugelsternhaufen oder Galaxien werden dann vom hellen Mondlicht überstrahlt. Somit wird das astronomische Highlight dieses Supervollmondes sicherlich die partielle Mondfinsternis sein, auch wenn nur ein kleiner Teil des Mondes verschwindet.

So oder so bietet sich für Hobbyfotografen eine besondere Möglichkeit, den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten. Gerade in Schleswig-Holstein, wo kaum ein Berg die Sicht versperrt, ergeben sich da hervorragende Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder mit Kirchtürmen, Mühlen, Leuchttürmen u.v.m.. Diese Gelegenheit sollte man sich, sofern das Wetter mitspielt, nicht entgehen lassen.

Der aufgehende Vollmond über dem Neumünsteraner Rathaus und der Vicelinkirche. Foto: Marco A. Ludwig

Siehe auch:

Kosmos Himmelsjahr 2024, Seite 26

Planetariumssoftware „Stellarium“

Bildergalerie der vhs-Sternwarte Neumünster – Der Vollmond:

„Supervollmond“ und „Blue Moon“ in der Nacht zum 31. August

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten. Aber warum erscheint er mal größer und mal kleiner?

Der untergehende Supervollmond am 27. April 2021 über der Rendsburger Eisenbahnbrücke am Nord-Ostsee Kanal. (Fotografen: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann)

Während seines Umlaufes um die Erde kommt der Mond uns immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d. h. seine Bahn ist nicht kreisrund, sondern etwas eiförmig. Dabei schwankt seine Entfernung zwischen rund 405 500 km (Apogäum = Erdferne) und rund 363 300 km (Perigäum = Erdnähe). Entsprechend erscheint der Mond im Apogäum kleiner und im Perigäum größer am Himmel.

Tatsächlich können sich Erde und Mond sogar noch näherkommen oder weiter entfernen, weil dabei auch die Anziehungskraft der Sonne noch mitspielt. Diese Entfernungsangaben beziehen sich auf Erdmittelpunkt und Mondmittelpunkt. Für einen Beobachter auf der Erdoberfläche ist die Entfernung zum Mond noch kürzer. In der Nacht vom 30. zum 31. August kommt der Mond für einen Beobachter in Schleswig-Holstein bis auf rund 354800 km heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht, und zufällig fast gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde einen sogenannten „Supervollmond“. Genau das ist in diesem Monat gleich zweimal zu beobachten. Der Supervollmond war bereits am 1. August und wird nun wieder in der Nacht zum 31. August zu sehen sein. Dabei wird der Mond uns am 31. August (Vollmond um 03:36 Uhr MESZ) noch rund 200 km näherkommen als beim vorigen Mal.

Mit dem größten Vollmond des Jahres kommt in diesem Jahr zudem eine kalendarische Besonderheit zum Tragen. Da es sich um den zweiten Vollmond in einem Kalendermonat handelt wird diese Begebenheit im englischen Sprachraum auch als „Blue Moon“ bezeichnet.

  Vergleicht man den größten möglichen Vollmond mit dem kleinstmöglichen Vollmond, so erscheint unser Erdbegleiter im Durchmesser bis zu 14 Prozent größer. Das entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen einer 2 € und einer 1 € Münze.

Größenvergleich des Vollmondes in Erdnähe und Erdferne. Diese Bilder wurden an der vhs-Sternwarte Neumünster aufgenommen. (Fotograf: Marco Ludwig)

Während der Supervollmond sich bei Nachtschwärmern großer Beliebtheit erfreut, sorgt er bei Astronomen eher für Achselzucken. Aufgrund der enormen Helligkeit des Mondes können Sternengucker den Sternenhimmel nämlich kaum erkennen. Die Atmosphäre wird durch den Vollmond so stark aufgehellt, dass nur noch sehr helle Sterne zu sehen sind. Milchstraße, Kugelsternhaufen oder Galaxien werden dann vom hellen Mondlicht überstrahlt.

Für Hobbyfotografen bietet sich jedoch eine besondere Möglichkeit, den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten. Gerade in Schleswig-Holstein, wo kaum ein Berg die Sicht versperrt, ergeben sich da hervorragende Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder mit Kirchtürmen, Mühlen, Leuchttürmen u.v.m.. Diese Gelegenheit sollte man sich, sofern das Wetter mitspielt, nicht entgehen lassen.

Siehe auch:

Kosmos Himmelsjahr 2023, Seite 169

Planetariumssoftware „Stellarium“

Bildergalerie der vhs-Sternwarte Neumünster – Der Vollmond:

2x „Supervollmond“ am 14. Juni und am 13. Juli

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten. Aber warum erscheint er mal größer und mal kleiner?

Der untergehende Supervollmond am 27. April 2021 über der Rendsburger Eisenbahnbrücke am Nord-Ostsee Kanal. (Fotografen: Marco A. Ludwig und Eckard Bachmann)

Während seines Umlaufes um die Erde kommt der Mond uns immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d.h. seine Bahn ist nicht kreisrund, sondern etwas eiförmig. Maximal entfernt er sich dabei ca. 405 500 Km (Apogäum = Erdferne) und kommt dann wieder bis auf ca. 363 300 Km (Perigäum = Erdnähe) an unseren Heimatplaneten heran. Entsprechend erscheint der Mond im Apogäum kleiner und im Perigäum größer am Himmel. Tatsächlich kommen sich Erde und Mond sogar noch näher, da sich die Entfernungsangaben Perigäum und Apogäum auf Erdmittelpunkt und Mondmittelpunkt beziehen. Misst man am Morgen des 14. Juni 2022 den Abstand zwischen Mond- und Erdoberfläche, käme dabei eine Entfernung von 357 300 km heraus.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht, und zufällig gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde den größten Vollmond des Jahres, im Volksmund auch „Supervollmond“ genannt. Genau das können wir in diesem Jahr gleich zwei Mal beobachten. Der Supervollmond wird am 14. Juni und am 13. Juli zu sehen sein. In beiden Fällen erreicht er seinen geringsten Abstand zur Erde nur wenige Stunden nach erreichen der Vollmondphase. Deshalb erscheint er in beiden Monaten besonders groß.

Vergleicht man den kleinsten möglichen Vollmond mit dem größtmöglichen Vollmond, so erscheint unser Erdbegleiter im Durchmesser bis zu 14 Prozent größer. Das entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen einer 1 € und einer 2 € Münze.

Größenvergleich des Vollmondes in Erdnähe und Erdferne. Diese Bilder wurden an der vhs-Sternwarte Neumünster aufgenommen. (Fotograf: Marco Ludwig)

Während der Supervollmond sich bei Nachtschwärmern großer Beliebtheit erfreut, sorgt er bei Astronomen eher für Achselzucken. Aufgrund der enormen Helligkeit des Mondes können Sternengucker den Sternenhimmel nämlich kaum erkennen. Die Atmosphäre wird durch den Vollmond so stark aufgehellt, dass nur noch helle Sterne zu sehen sind. Milchstraße, Kugelsternhaufen oder Galaxien werden dann vom hellen Mondlicht überstrahlt.
Für Hobbyfotografen bietet sich jedoch eine besondere Möglichkeit, den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten. Gerade in Schleswig-Holstein, wo kaum ein Berg die Sicht versperrt, ergeben sich da hervorragende Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder mit Kirchtürmen, Mühlen, Leuchttürmen u.v.m.. Diese Gelegenheit sollte man sich, sofern das Wetter mitspielt, nicht entgehen lassen.

 

Bildergalerie der vhs-Sternwarte Neumünster – Der Vollmond: