Blutroter Mond – Die totale Mondfinsternis am 7. September

Von Marco A. Ludwig

Ein kosmisches Schattenspiel erwartet uns am Abend des 7. September, denn der Mond durchläuft den Schatten der Erde und färbt sich kupferrot. Leider können wir im Norden Deutschlands nur die zweite Hälfte dieser totalen Mondfinsternis sehen, denn zum Höhepunkt der „MoFi“ geht der Mond gerade erst am Horizont auf.

Eine Bildmontage der drei wichtigsten Phasen einer Mondfinsternis (aufgenommen am 28. September 2015). Im Zentrum die totale Phase. Rechts und links der Vollmond während der partiellen Verfinsterung. Man erkennt bei dieser Darstellung sogar die Größe des Erdschattens (ca. 2,5facher Vollmonddurchmesser). Bei der MoFi am 7. September wird nur die zweite Phase (mittleres und linkes Bild) über Norddeutschland sichtbar sein. Fotograf: Marco Ludwig

Was ist eine Mondfinsternis?
Von einer totalen Mondfinsternis spricht man immer dann, wenn der Vollmond komplett im Schatten der Erde verschwindet. Astronomen reden dann von einer totalen Verfinsterung. Das Licht der Sonne erreicht den Mond nicht mehr, und er bekommt nur ein wenig Licht ab, welches von der Erdatmosphäre auf die Mondoberfläche gestreut wird. Dieses Phänomen kennen wir vom Sonnenauf- bzw. -untergang. Wenn das Sonnenlicht flach in die Atmosphäre einfällt, werden die Blauanteile herausgefiltert, und rötliches Licht bleibt übrig. Der Mond erscheint deshalb während der totalen Phase in einer kupferroten Färbung, weshalb die totale Mondfinsternis im Volksmund wohl „Blutmond“ genannt wird.

Wie kann ich die Mondfinsternis am besten beobachten?
Hier eine kleine Vorschau mit der Hoffnung auf einen klaren Himmel. Ab 18:27 Uhr MESZ tritt der Mond in den Kernschatten ein, was von Norddeutschland aus nicht zu beobachten ist. Ab 19:30 Uhr (MESZ) beginnt die totale Phase und der Mond leuchtet kupferrot. Im Osten Deutschlands geht der Mond zu der Zeit auch am Horizont auf. In Schleswig-Holstein erfolgt der Mondaufgang erst gegen 19:50 Uhr (MESZ). Zur Mitte der Finsternis gegen 20:12 Uhr (MESZ) sollte der Mond dann am Horizont schon erspäht werden können. Ein Fernglas oder gar ein Teleskop sollte bei der Suche helfen.
Die totale Phase endet um 20:53 Uhr (MESZ) mit dem Beginn des Austritts aus dem Kernschatten. Um 21:57 Uhr (MESZ) endet die partielle Phase und mit dem Ende des Austritts aus dem Halbschatten endet die „MoFi“ offiziell um 22:57 Uhr (MESZ).

Der total verfinsterte Mond zeigt sich in der Nacht des 27: Juli 2018 über dem Turm der Neumünsteraner Vicelinkirche. Fotograf: Jürgen Kahlhöfer

vhs-Sternwarte Neumünster leider geschlossen:
Leider muss die Sternwartenkuppel bei diesem Himmelsschauspiel geschlossen bleiben. Aufgrund von Umbauarbeiten steht die vhs-Sternwarte für Besucher derzeit nicht zur Verfügung. Zudem ist die horizontnahe Beobachtung des Mondes von der Sternwarte aus schwierig. MoFi-Fans sollten sich daher lieber mit dem eigenen Fernglas oder Fernrohr auf Beobachtungstour begeben. Beobachtungsplätze mit guter Horizontsicht in Richtung Osten sind ideal (In Neumünster z.B. die Max-Johannsen-Brücke). Auch einige Mitglieder der vhs-Sternwarte Neumünster wollen sich bei passendem Wetter an verschiedenen Orten im Land auf Fotosafari begeben. 

Der „Blutmond“ während der totalen Mondfinsternis am 27. Juli 2018. Die Erdatmosphäre streut nur wenig rötliches Licht in den Schatten der Erde, was die kupferrote Färbung des Vollmondes hervorruft. Fotografen: Marco Ludwig, Stefan Bruns, Markus Bruhn

Mondfinsternisbegeisterte müssen sich dann wieder ein Weilchen gedulden, denn die nächste totale Mondfinsternis am 6. Marz 2026 ist von Europa aus leider nicht sichtbar. Die nächste vom deutschen Sprachraum aus gut sichtbare totale Mondfinsternis findet erst am Vorabend des Jahreswechsels 2028/29 in den Abendstunden des 31. Dezember 2028 statt. Danach geht es dann Schlag auf Schlag: Weitere totale Mondfinsternisse erwarten uns am 26. Juni 2029 und am 20./21. Dezember 2029.

Quellen:

Bildergalerie totale Mondfinsternis vom 27. Juli 2018: