In den letzten Tagen haben die typischen Novemberwolken endlich auch einmal wieder den Blick auf den Sternenhimmel freigegeben. Viele Neumünsteraner beobachteten nun jedoch eine vermeintlich ungewöhnliche Himmelserscheinung und suchten Rat bei der vhs-Sternwarte.

In diesen Tagen findet man tief am Südwesthorizont einen außergewöhnlich hellen Stern, der bei näherer Betrachtung auch verdächtig flackert. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um einen Stern sondern nur um einen Planeten. Es ist die Venus, die uns momentan und auch in der gesamten Weihnachtszeit als Abendstern Freude macht.

Die Venus neben der vhs-Sternwarte Neumünster

Unser Schwesterplanet, der mit rund 12100km Durchmesser fast so groß ist wie unser Heimatplanet, ist tatsächlich neben Sonne und Mond das hellste Objekt am Nachthimmel. Das ungewöhnliche Flackern wird durch die Erdatmosphäre verursacht. In einem guten Fernglas oder kleinen Fernrohr ist die Venus sogar als Sichel zu erkennen. Genau wie bei unserem Mond lassen sich auch bei der Venus Phasen erkennen und momentan sehen wir bei hoher Vergrößerung Halbvenus.

Astronomen bereiten sich derzeit jedoch auf eine ganz andere Himmelserscheinung vor. Der bisher mit bloßem Auge unsichtbare Komet ISON wird in den nächsten Tagen knapp an der Sonne vorbeiziehen und könnte Anfang Dezember spektakulär zu sehen sein. Sofern dieser „schmutzige Schneeball“, wie man Kometen gerne nennt, das heiße Inferno nahe der Sonne überlebt könnte sein heller Kometenschweif sogar mit bloßem Auge sichtbar sein.

Sollte sich ISON tatsächlich zu einem beeindruckenden Schweifstern entwickeln wird die vhs-Sternwarte bei gutem Wetter auch sehr kurzfristig die Kuppel für interessierte Besucher öffnen. Das ist jedoch zunächst vom Kometen und auch vom Wetter abhängig.