Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, und bei diesem eindrucksvollen Himmelsphänomen handelt es sich sogar um ein echtes „Schattenspiel“. Die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster haben sich aus diesem Grund etwas Besonderes überlegt. Am 20. März werden sie die Finsternis mit interessierten Bürgern im Stadtzentrum beobachten. Am folgenden Tag findet der bundesweite Astronomietag unter dem passenden Motto „Schattenspiele“ statt. Dazu wird auch die vhs-Sternwarte ihre Sternwartenkuppel für Besucher öffnen.

Die partielle Sonnenfinsternis am 20. März von 9:30 Uhr bis 11:50 Uhr:

 Sonnenfinsternisse sind seltenen Ereignisse. Der Mond schiebt sich in manchen Jahren bis zu drei Mal zwischen Erde und Sonne und wirft dabei einen Schatten auf unseren Heimatplaneten. Wie weit die Sonne dabei bedeckt wird, hängt vom Ort des Beobachters auf der Erde ab. Die letzte partielle Sonnenfinsternis über Deutschland fand im Jahr 2011 statt und wurde speziell in Norddeutschland zudem von Wolken gestört. Die letzte totale Sonnenfinsternis, bei der die Sonne komplett vom Mond bedeckt wurde und sogar tagsüber für einige Minuten Sterne zu sehen waren, war im August 1999 über Süddeutschland zu beobachten.

Auch bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015 bewegt sich der Mond genau zwischen Sonne und Erde hindurch, wobei er von Deutschland aus betrachtet einen Teil der Sonnenscheibe bedecken wird. Über Schleswig-Holstein werden zeitweise bis zu 80% der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt sein. Zwischen Skandinavien und Island wird sogar eine totale Sonnenfinsternis mit der zeitweise völligen Verdunkelung der Sonne zu erleben sein.

Die Phasen der partiellen Sonnenfinsternis vom 23. Oktober 2014. Aufgenommen in Oregon/USA von Marco Ludwig. Diese Finsternis war in Europa nicht sichtbar. Die Sonnenfinsternis vom 20. März wird ähnlich verlaufen. Mit speziellen Sonnenfiltern lassen sich Sonnenflecken sowie der dunkle Neumond vor der Sonnenscheibe erblicken. Foto: Marco Ludwig – vhs-Sternwarte Neumünster

Für die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster bietet diese Finsternis eine gute Gelegenheit für eindrucksvolle Beobachtungen und spektakuläre Bilder. Dabei soll in diesem Jahr auch die Bevölkerung mit einbezogen werden. So soll die SoFi (Kurzform für Sonnenfinsternis), wie sie von den Profis gerne genannt wird, direkt vom Stadtzentrum Neumünsters aus beobachtet werden. Die Astronomen werden hierzu zahlreiche professionelle Beobachtungsgeräte direkt auf dem Großflecken aufbauen und der Bevölkerung einen eindrucksvollen und unvergesslichen Blick auf unseren Heimatstern gewähren. Dabei sollen auch die Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen die Möglichkeit haben, ihr Wissen über die Astrophysik zu erweitern.

Die Astronomen der vhs-Sternwarte werden in der Zeit von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr auf dem Großflecken zu finden sein. Die Finsternis findet zwischen 09:30 Uhr und 11:50 Uhr statt. Die maximale Bedeckung von 80 % wird für ca. 10:46 Uhr erwartet. Für die erfolgreiche Beobachtung ist natürlich ein klarer Himmel unbedingte Voraussetzung.

 

Der bundesweite Astronomietag am 21. März von 17-21 Uhr:

 Einmal die Monde Jupiters oder ferne Galaxien im Teleskop beobachten – wer schon immer einmal einen Blick in die unendlichen Weiten des Universums werfen wollte, hat dazu beim Astronomietag in Bundesweit über 100 Sternwarten die Gelegenheit.

Auch die vhs-Sternwarte Neumünster wird an diesem Tag wieder ihre Tore oder besser ihre Sternwartenkuppel für Besucher öffnen.

Bei klarem Himmel wird in der Zeit von 17 – 18 Uhr die Sonne beobachtet. Die hochmodernen Sonnenfilter im „Sparkassen-Teleskop“ enthüllen dabei ungeahnte Details an der Oberfläche unseres Heimatsterns.


Der Planet Jupiter mit dem Schatten eines Jupitermondes. Auch auf anderen Planeten finden kosmische Schattenspiele statt. Fotograf: Markus Bruhn

Um 18 Uhr halten die Neumünsteraner Astronomen Jürgen Kahlhöfer und Stefan Bruns einen Vortrag zum Thema „Schattenspiele im Weltall“. Dabei wird es nicht nur um die am Vortag stattfindende Sonnenfinsternis gehen, sondern auch um Mondfinsternisse, den seltenen Venustransit und und den aktuellen Forschungsschwerpunkt Exo-Planeten

Bis 22 Uhr können Besucher bei klarem Himmel durch die zahlreichen Fernrohre der vhs-Sternwarte blicken. Dabei entdecken sie Wolken und Monde beim Jupiter, die Polkappen des Mars oder die helle Sichel der Venus. Dabei stehen ihnen die fachkundigen Astronomen der vhs-Sternwarte zur Seite und begleiten sie gerne auf ihrer Reise in unendliche Weiten.

ACHTUNG: Das Beobachten der Sonne ist nur mit geeigneten Schutzfiltern möglich. Der direkte Blick in die Sonne ist unbedingt zu vermeiden. Es drohen irreparable Augenschäden. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die Sternwarte ihres Vertrauens! 

Die aufgehende Sonne beim Venustransit 2012 – Foto: Marco Ludwig und Stefan Bruns – vhs-Sternwarte Neumünster