Die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster nehmen Anteil am Tod ihres früheren Leiters Horst Bender. Der Dipl.-Ing. war einer der Mitbegründer der größten Sternwarte des Landes und auch maßgeblich für die Wahl des heutigen Standortes der Sternwarte am Hahnknüll verantwortlich.

Horst Bender am Leitfernrohr des 10

Horst Bender am Leitfernrohr des 10″ Newton Teleskops 1996

Durch seine vielseitigen Kontakte zu Politik und Wirtschaft war es ihm möglich, die Sternwarte der Volkshochschule Neumünster zu einer modernen Beobachtungsstation auszubauen. Er leitete das Observatorium ehrenamtlich bis zur Ablösung durch Erhard Schmidt im Jahr 2002.

Zu seinen großen Erfolgen zählt, neben dem Aufbau der hochwertigen Sternwartenkuppel, die Anschaffung einer Schmidt-Kamera sowie der Kauf eines mobilen Beobachtungsinstruments mit 16“ Objektivdurchmesser, welches auch heute noch regelmäßig eingesetzt wird.

Für sein Engagement an der vhs-Sternwarte und die daraus resultierende Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung im Lande erhielt Bender den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Für sein vielfältiges Engagement in Neumünster erhielt Bender die Caspar-von-Saldern-Verdienstmedaille.

Die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster sind Horst Bender für sein Engagement zu großem Dank verpflichtet. Wir wünschen ihm auf seiner neuen Reise alles Gute.

Marco Ludwig – Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

Horst Bender beim Aufbau der Sternwartenkuppel 1971

Horst Bender beim Aufbau der Sternwartenkuppel 1971

 

Das SHT bei Nacht

Das SHT bei Nacht

Klarer Himmel ist rar, und so geschieht es immer wieder, dass Sternenfreunde sich auf engem Raum zusammenrotten und gemeinsam die Pracht des Sternenhimmels bewundern. So eine Rudelbildung nennt man Teleskoptreffen.

Auch in Schleswig-Holstein gab es schon viele solcher Treffen. Besonders beliebt war das Aschberg-Frühjahrsteleskoptreffen (AFT) auf dem Aschberg bei Eckernförde. Nachdem die Durchführung des AFT wegen  umfangreicher Baumaßnahmen unterbrochen werden mußte, fand es in 2015 wieder auf dem Gelände statt und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

In der Zeit ohne AFT organisierten die Neumünsteraner Sternenfreunde ein neues Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffen (SHT), das zuerst zum früheren AFT-Termin im Frühjahr stattfand. Als dann 2015 das Treffen auf dem Aschberg wieder einen Neuanfang erlebte, wurde das SHT in den Herbst verschoben, um dem AFT keine Konkurrenz zu sein, und etablierte sich mit diesem Termin.

So kommt es auch dieses Jahr zu einer Neuauflage des Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffens am Hof Viehbrook bei Rendswühren, das vom 15. – 17. September 2017 zum 5. Mal stattfindet.

Dort steht an einem Wochenende eine große Wiese zum Campieren und Beobachten bereit. Sanitäre Anlagen gibt es im benachbarten Hof Viehbrook, wo man auch noch sehr gut speisen kann. Das Licht auf dem Gelände des Hofes wird natürlich während des SHT reduziert, so dass die Astronomen ungestört den Sternenhimmel betrachten können.

Die Milchstraße über dem SHT 2016 - Foto: Carsten Jonas

Die Milchstraße über dem SHT 2016 – Foto: Carsten Jonas

Organisatorische Hinweise:

Wie bei Teleskoptreffen üblich, sind Teilnehmer selbst für ihren Schlafplatz (Zelt, Wohnmobil) und für ihre Verpflegung verantwortlich. Im nahegelegenen Hof Viehbrook befindet sich eine Gastwirtschaft, die in Anspruch genommen werden kann.

Für die Bereitstellung der Wiese und der sanitären Anlagen wird ein kleiner Teilnahmebeitrag erwartet. Die Teilnahme ist ein Privatvergnügen, weshalb die Veranstalter keine Haftung übernehmen; jeder ist also für sein Equipment selbst verantwortlich.

Hof Viehbrook

Viehbrooker Weg 6
24619 Rendswühren

54° 4′ 59″ N , 10° 8′ 0″ O

SQM-L: 21,30 (gemessen am 26.04.2014)

Noch Fragen zum SHT? Einfach eine E-Mail an: SHT@Sternwarte-nms.de

Mitten am Tage im Dunkeln stehen und für ein paar Sekunden im Schatten des Mondes stehen…!

Nicht nur für Astronomen ist dieses Erlebnis, eine totale Sonnenfinsternis, etwas ganz Besonderes. Gegen 19:19h deutscher Zeit (10:19 lokaler Zeit) konnten sich zwei Neumünsteraner Astronomen den Traum erfüllen, an diesem außergewöhnlichen Naturereignis teilzunehmen und die „total eclipse“ in den USA zu erleben.

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Die Besonderheit einer totalen Sonnenfinsternis, die im Gegensatz zur partiellen Finsternis nur sehr selten stattfindet, ist, dass der Mond die Sonne für wenige Minuten komplett verdeckt, und die äußeren Atmosphärenschichten der Sonne, die sog. Korona, sichtbar wird. Mitten am Tage kann man für kurze Zeit sogar Sterne sehen. Leider Ist die Zone der totalen Verfinsterung auf der Erde nur sehr klein. Dieser Pfad, den der Schatten des Mondes auf der Erde beschreibt, hat oft nur eine Breite von rund 100 km. Um im Schatten des Mondes zu stehen, muss man also zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

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In den USA fand nun erstmals seit 4 Jahrzehnten wieder eine totale Sonnenfinsternis statt. Eine gute Gelegenheit für Astronomen, den Urlaub dort zu verbringen und ein paar Schnappschüsse von der „SoFi“ zu machen. Sternwartenleiter Marco Ludwig hatte zudem das Glück, eine amerikanische Familie besuchen zu können, die er im Rahmen eines Schüleraustausches kennengelernt hatte. Diese wiederum hatte für Unterkunft auf einem Bauernhof mitten in der Finsterniszone in Madras (Solar City) Oregon gesorgt. Nur knapp einen Kilometer von der Zentrallinie der Finsternis entfernt konnten die beiden Neumünsteraner zusammen mit amerikanischen Freunden 122 Sekunden Dunkelheit genießen und zahlreiche beeindruckende Bilder schießen.
In Madras, einer Kleinstadt mit rund 6000 Einwohnern, hatten sich zu der Zeit rund 100 000 eclipse fans, darunter auch zahlreiche deutsche, versammelt. Fernab der Massen konnten die Neumünsteraner vhs-Sternwartenastronomen Marco Ludwig und Stefan Bruns zusammen mit dem amerikanischen Hobby-Astronomen Jeff Grabhorn bei bestem Wetter das Naturschauspiel verfolgen.

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Als der Schatten des Mondes um 10:19 h lokaler Zeit die Beobachter bei Madras erreichte, waren die begeisterten Ausrufe der vielen tausend Besucher weithin zu hören. Während der Totalität schien das Leben für kurze Zeit still zu stehen. Der Anblick der verfinsterten Sonne verschlug auch Ludwig und Bruns die Sprache. „Das Gefühl, im Schatten des Mondes zu stehen und all diese Farben und Sterne am Himmel zu sehen, ist unbeschreiblich. Ein unglaublich emotionaler Moment. So etwas muss man einmal im Leben gesehen haben!“ so Ludwig. Der Sternwartenleiter hatte schon 1999 die totale Sonnenfinsternis in Deutschland gesehen. Im entscheidenden Moment verhinderten jedoch Wolken die freie Sicht zum Himmel. Diesmal hat alles geklappt. Der stellvertretende Sternwartenleiter Stefan Bruns war erstmals bei einer totalen Sonnenfinsternis dabei. „Schön, dass ich das erleben durfte“ kommentierte er dieses Erlebnis kurz nach der Totalität.

In Deutschland wird es erst wieder im Jahr 2081 eine totale Sonnenfinsternis geben. Wer nicht so lange warten möchte, sollte einfach den Urlaub entsprechend der nächsten totalen Sonnenfinsternis einplanen. Die nächste findet am 2. Juli 2019 in Südamerika statt.
Die nächste Sonnenfinsternissreise in die USA kann man für den 8. April 2024 buchen. Dann ist dort die nächste „total eclipse“ zu beobachten

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Nachtschwärmern bietet sich dieser Tage wieder ein außergewöhnliches Himmelsschauspiel. Ein Sternschnuppenschauer besucht die Erde.

Der August ist seit jeher als der Monat der Sternschnuppen bekannt, und in den nächsten Tagen wird es davon besonders viele zu sehen geben. In der Zeit vom 10. – 14. August regnet der Meteorstrom der Perseiden besonders stark auf die Erde nieder und beschert dem Beobachter eine Menge Möglichkeiten, sich etwas zu wünschen.

Laut Aberglauben hat man nämlich bei Sichtung einer Sternschnuppe einen Wunsch frei. Allerdings nur sofern kein anderer diese gesehen hat, und auch nur, wenn man niemandem seinen Wunsch verrät.

Eine Perseidensternschnuppe über dem Einfelder See - Foto: Marco Ludwig

Eine Perseidensternschnuppe über dem Einfelder See – Foto: Marco Ludwig

Rein wissenschaftlich betrachtet durchläuft die Erde in dieser Zeit einen alten Kometenschweif und trifft dort auf unzählige Staubpartikel, die der Komet abgesondert hat. Im Falle der Perseiden, die im Volksmund auch „Tränen des Laurentius“ genannt werden, sind diese sandkorngroßen Staubteilchen relativ zur Erde bis zu 60 km pro Sekunde schnell (über 200 000 km/h). Wenn sie dann in ca. 100 km Höhe auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie innerhalb von Sekundenbruchteilen. Beobachter sehen dann eine helle Leuchtspur am Himmel.

 

Insgesamt sind die Perseiden sogar von Mitte Juli bis Ende August sichtbar. Das Maximum erwartet der Schleswig-Holsteinische Astrophysiker Dr. Erik Wischnewski für die Nacht vom 12. auf den 13. August. Zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Leider wird das Himmelsspektakel in diesem Jahr ein wenig getrübt. Bereits gegen 23 Uhr wird der Mond mit seinem hellen Licht dafür sorgen, dass zahlreiche schwächere Sternschnuppen dem Beobachter nicht auffallen.

Zudem sind die Beobachtungsbedingungen in den Städten nicht ideal. Auch in klaren Sommernächten stört die Beleuchtung der Straßen und Gebäude enorm. Bessere Bedingungen für die große Wunschoffensive gibt es auf dem Lande bei erheblich dunklerem Himmel. Die Astronomen der vhs-Sternwarte Neumünster planen daher einen gemeinsamen Beobachtungsabend am Einfelder See – sofern keine Wolken die Sicht trüben.

Die meisten Sternschnuppen tauchen in nordöstlicher Richtung auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, weshalb sie Perseiden genannt werden.

 

Der alte Komet Swift-Tuttle, dessen Schweif für die zahlreichen Meteore verantwortlich ist, wird dabei jedoch nicht zu sehen sein. Trotzdem besteht die Möglichkeit, auch ein paar sehr helle Sternschnuppen, sogenannte Feuerkugeln, zu sehen. Dabei handelt es sich um Gesteinsbrocken, die mehrere Zentimeter groß werden können und besonders hell aufleuchten. Gefährlich  soll es jedoch nicht werden. Die kleinen Perseiden verglühen in der Regel restlos und geben dabei einfach nur ein schönes Himmelsschauspiel ab.

Heute Abend zeigt sich der Mond zu 100% am Abend- und Nachthimmel. Es ist Vollmond.
Bei Mondaufgang können wir aber noch mehr als das sehen, denn heute Abend findet auch eine partielle Mondfinsternis statt. Allerdings können wir in unseren nördlichen Breiten nur noch den kleinen Rest sehen bevor der Mond wieder aus dem Schatten der Erde tritt.

Der August-Vollmond 2017 läuft nördlich der Schattenachse Sonne-Erde vorbei, wobei vom Mond 25% des Durchmessers in den Kernschatten der Erde gelangt. Die Kontaktpunkte sind hier in MESZ eingetragen.

Mondfinsternis vom 7. August 2017

 

Zur Finsternismitte steht der Mond noch unter Horizont. Er geht um 20:58 noch vor Ende der partiellen Phase auf. Um 21:18 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten. Unten rechts am Mond ist auch in den folgenden Minuten noch eine Abdunklung erkennbar. Der weitere Verlauf der Phase im Halbschatten der Erde ist praktisch nur noch fotografisch feststellbar.

Fotografisch dürfte diese Mondfinsternis dennoch interessant sein, weil die Abdunklung in einer vom Fotografen gestaltbaren Natur- oder Häuserkulisse während der goldenen oder blauen Stunde abgelichtet werden kann. Dafür eignet sich am besten ein etwas höher gelegener Ort mit freiem und weitem Blick Richtung Süd-Ost, bei etwa 120 Grad.

So ähnlich könnte die Mondfinsternis zu sehen sein, wobei dieses Bild die partielle Phase der totalen Mondfinsternis vom 28.09.2015 zeigt.

Partielle Phase der totalen Mondfinsterniss am 28.09.2015

Partielle Phase der totalen Mondfinsternis am 28.09.2015. Fotograf: Stefan Bruns, Sternwarte Neumünster

Die nächste bei uns zu sehende Mondfinsternis können wir am 27.07.2018 bestaunen. Dann schiebt sich der Mond komplett in den Erdschatten.
Allerdings beginnt die Totalität schon um 20:30 und geht bis 22:13. Der Mond geht aber erst um 21:19 auf. Also ist es ähnlich wie heute, eigentlich zu hell um etwas zu sehen.

Aber ein paar Monate später am 21.01.2019 werden wir dafür entschädigt und können wieder eine totale Mondfinsternis erleben. Diesmal in den frühen Morgenstunden von 5:41 Uhr bis 6:43 Uhr.

UPDATE:

das Wetter hat mitgespielt und so gelang Stefan Bruns dieses Bild kurz nach 21:00 Uhr.

Unten rechts ist recht deutlich zu sehen das der Mond noch zum Teil im Schatten der Erde ist, der Mond sieht aus wie „angeknabbert“

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Parielle Mondfinsterniss 07.08.2017 Fotogtaf: Stefan Bruns

Unsere neuesten Bilder

  • 1. September 2017Astronomie-AG
    19:00, AG
  • 15. September 2017SHT - Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffen
    N/A, öffentliche Veranstaltung
  • 15. September 2017 – Öffentlicher Beobachtungsabend
    19:00, öffentlicher Beobachtungsabend
  • 27. September 2017 – vhs-Kurs Astronomie für Einsteiger
    19:00, vhs-Kurs

Röntgenstrahlung der Sonne: Status der Röntgenstrahlung

Status des Erdmagnetfeldes: Status des Erdmagnetfeldes
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