Die dunkle Jahreszeit ist auch die Hauptsaison der Sternengucker. Im Dezember kann man schon in den frühen Abendstunden spannende Beobachtungen machen. Die Venus wird zum hellen Abendstern, und der Meteorstrom der Geminiden beschert uns rechtzeitig zur Weihnachtszeit zahlreiche Sternschnuppen.

Der Sternenhimmel:

Erste Sterne können im Dezember schon ab ca. 16:30 Uhr erspäht werden. In diesem Monat sind die Nächte am längsten, und mit der Wintersonnenwende am 21. findet auch der kürzeste Tag des Jahres statt.

Die Sternkarte zeigt den Dezemberhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Die Sternkarte zeigt den Dezemberhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Bereits am Abend lassen sich noch die hellen Sterne des Sommerdreiecks, Deneb, Wega und Atair in den Sternbildern Schwan, Leier und Adler im Westen erkennen. Im Süden schließen sich die typischen Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Perseus an. Geübte Beobachter finden in der Andromeda auch unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel. Dabei handelt es sich mit ca. 2,5 Millionen Lichtjahren um das am weitesten entfernte Objekt, das mit bloßem Auge noch erkannt werden kann. Im Fernglas erkennt man schon deutlich einen länglichen Nebel mit hellem Zentrum.

Etwas weiter gen Osten tauchen bereits die Wintersternbilder auf. Besonders spannend ist derzeit der Stier mit dem Hauptstern Aldebaran, der mit seiner auffälligen Färbung auch als rotes Auge des Stiers bezeichnet wird. Knapp über Aldebaran entdeckt man auch den bekannten Sternhaufen der Plejaden. Diese kleine Ansammlung von Sternen wird in Deutschland auch als „Siebengestirn“ bezeichnet. Mit bloßem Auge lassen sich sechs bis acht Einzelsterne erkennen, im Fernglas jedoch werden es schon mehrere Dutzend.  Im Laufe der Nacht gesellt sich zum Stier auch der bekannte Himmelsjäger Orion.

Die Planeten:

Am Abend ziehen Venus und Mars, im Laufe der Nacht auch Jupiter die Blicke der Sternenfreunde auf sich.  Die Venus entwickelt sich in diesem Monat zum hellen Abendstern und kann schon in der Dämmerung im Südwesten leicht erspäht werden. Etwas weiter im Süden und deutlich schwächer findet man den rötlichen Mars im Steinbock. Der Gasriese Jupiter befindet sich derzeit im Sternbild Jungfrau. Er taucht erst in der zweiten Nachthälfte auf und erstrahlt derzeit als heller Morgenstern.

Sternschnuppen zur Weihnachtszeit:

Kurz vor Weihnachten bietet sich für Nachtschwärmer wieder die Möglichkeit, sich etwas zu wünschen. Der Meteorstrom der Geminiden beschert uns in der Zeit vom 6. bis 16. Dezember zahlreiche Sternschnuppen. Das Maximum wird in der Nacht vom 13. auf den 14. erwartet und soll zumindest theoretisch bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde bringen. Leider stört jedoch der helle Vollmond und überstrahlt dabei viele der schwächeren Meteore.

Astrofoto des Monats:

In den Abendstunden des 3. Dezember begegnen sich die helle Venus und die schmale Mondsichel. Eine solche Begegnung zweier Himmelskörper bezeichnen Astronomen als Konjunktion. Für Fotografen ist so eine Zusammenkunft eine willkommene Gelegenheit für stimmungsvolle Bilder. Das Astrofoto des Monats wurde am 27. Februar 2009 gegen 19:00 Uhr aufgenommen. Es zeigt die helle Venus, die Mondsichel und im Vordergrund die Silhouette der vhs-Sternwarte Neumünster. Weitere Aufnahmedaten: Kamera Canon EOS 40D, Zoomobjektiv bei 65mm Brennweite, f/6,3, 2,5 Sekunden Belichtungszeit bei ISO 200.

Bei der Konjunktion von Venus und Mond am 3. Dezember wird sich der Mond jedoch ca. 6° nördlich der Venus aufhalten. Bei passendem Wetter sollte sich auch diesmal die Gelegenheit für stimmungsvolle Aufnahmen ergeben.

Die wichtigsten Himmelsereignisse im Überblick:

3.12.     Mond bei Venus

5.12.     Mond bei Mars

13.12.   Maximum der Geminiden

14.12.   Vollmond

21.12.   Wintersonnenwende

22.12.   Mond bei Jupiter

29.12.   Neumond

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten.

Während seines Umlaufes um die Erde kommt er uns dabei immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d.h. seine Bahn ist nicht kreisrund sondern etwas eiförmig. Maximal entfernt er sich dabei ca. 405 500 Km (Apogäum = Erdferne) und kommt dann wieder bis auf ca. 363 300 Km (Perigäum = Erdnähe) an unseren Heimatplaneten heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht und zufällig gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde den größten Vollmond des Jahres. Genau das soll am kommenden Montag, den 14. November wieder geschehen.

Wenn er an jenem Abend gegen 17:06 Uhr aufgeht erscheint uns der Mond so groß wie seit 68 Jahren nicht mehr. Gerade für Hobbyfotografen bietet sich so vielleicht eine besondere Möglichkeit den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten.

Übrigens: Die Entfernung zum Mond können Astronomen seit 1969 auf den Millimeter genau bestimmen. Während der Apollo-Mondlandungen stellten Astronauten Reflektoren auf der Mondoberfläche auf. Diese Reflektoren werden auch heute noch benutzt um per Laser exakteste Entfernungsmessungen durchzuführen.

Schon bemerkt? Wer genau hinschaut bemerkt eine Unstimmigkeit bei den Entfernungsangaben zwischen Text und Bild. Ist uns hier ein Fehler unterlaufen? Tatsächlich nicht! Entfernungen zwischen Himmelskörpern werden immer zum Mittelpunkt eines Körpers berechnet – in diesem Fall vom Mond- zum Erdmittelpunkt. Die Mondentfernung beim oberen Bild bezieht sich auf die exakte Position des Beobachters auf der Erde.

Der Herbst steht vor der Tür und Naturfreunde bewundern dieser Tage gerne das eindrucksvolle Farbenspiel der Natur. Auch der Himmel spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Oktober werden die Tage spürbar kürzer und während der Dämmerung ergeben sich Gelegenheiten für romantische Spaziergänge. Ein besonders eindrucksvolles Bild ergibt sich wenn auch die Mondsichel knapp über dem Horizont zu erkennen ist.

Eine solch romantische Stimmung hat Heiko Albrecht von der Neumünsteraner Sternwarte eingefangen. Dieses Bild entstand am 5. September im Naturschutzgebiet Reesholm an der Schlei mit Blickrichtung Schleswig.  Neben dem Wikingturm ist auch der St. Petri Dom sowie die Mühle „Nicola“ zu erkennen. 

Gekrönt wird dieses eindrucksvolle Bild von der zunehmenden Mondsichel. Obwohl nur ein kleiner Teil des Mondes von der Sonne beleuchtet erscheint, ist auf diesem Bild doch der ganze Mond zu sehen. Bei dieser Erscheinung kurz nach Neumond sprechen Astronomen vom sogenannten Erdlicht. Dabei wird das Licht der Sonne von der Erde reflektiert und auf die unbeleuchteten Flächen des Mondes geworfen. Vom Mond aus betrachtet ist in den Tagen nach Neumond unsere Erde die hellste Lichtquelle am Mondhimmel.

Ein solcher Anblick zeigt sich dem Beobachter dieser Tage wieder. Ideal sind die Bedingungen in der Zeit vom 3. bis 5. Oktober gegen 19:00 Uhr – vorausgesetzt das Wetter gibt den Blick auf den Mond frei.

 

Der Besuch eines Teleskoptreffens ist auch immer mit dem Risiko verbunden, einen witterungsbedingten Reinfall zu erleben. Für die meisten Teilnehmer geht es jedoch primär darum, gleichgesinnte Astronomen besser kennen zu lernen und sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen. Genau das ist laut der Aussagen zahlreicher Besucher beim diesjährigen Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffen (SHT) gelungen. Und gutes Wetter gab es auch noch. IMG_0686 In der Zeit vom 8. bis zum 11. September versammelten sich insgesamt 51 Sternengucker auf einer Wiese am Hof Viebrook bei Rendswühren. Mit dabei auch wieder die Gemeinschaftsjurte mit 40“ Grill. Diese von den Neumünsteraner Sternkiekern mitgebrachte Zelt-Grill-Einheit erfreut sich schon seit Jahren größter Beliebtheit bei der Astrogemeinschaft. Auch in diesem Jahr gab es eine Kaffee-Flatrate und dank der Bemühungen von Markus Bruhn sogar eine Würstchenflatrate. Schon am Donnerstag hatten sich aufgrund der guten Wetterlage (am Tage über 30 Grad im Schatten) etliche Astronomen eingefunden. Der 30“ Riesendobson von Raffael Benner war wieder einmal das erste aufgebaute Teleskop am Platze. Am Freitag und Samstag füllte sich der Platz dann zusehends mit Besuchern aus allen norddeutschen Bundesländern (Auch Meck-Pomm!). IMG_0682 IMG_0741 In den Abendstunden wurde das Astronomenlager zudem intensiv von Spontanbesuchern heimgesucht. Die vhs-Sternwarte Neumünster hatte in der Lokalpresse zum Besuch des Teleskoptreffens eingeladen, was in den Abendstunden zu einem kleinen Besucheransturm an verschiedenen Fernrohren führte. Ein Moderator des NDR, ebenfalls Hobbyastronom, hatte zudem ein wenig Radiowerbung für das SHT gemacht. So verzeichneten die Organisatoren Stefan Bruns und Andreas Rex zusätzlich ca. 50 Spontanbesucher auf dem Treffen. Das diesjährige SHT wurde aus Rücksicht auf andere Treffen auf das Wochenende nach Vollmond gelegt. So ergab sich an jedem Abend die Möglichkeit, die Krater des Mondes an unterschiedlichen Großteleskopen zu bewundern. Vor allem die Nacht auf Samstag zeigte zu späterer Stunde aber auch die DeepSky-Qualität des Himmels. An manchen Fernrohren gab es schon beinahe einen Messier-Marathon, während sich Astrofotografen beispielsweise auf  NGC 891 oder NGC 7497 stürzten. NGC7497_SHT Am Samstag Abend war dann auch ein Iridium Flare zu sehen und auf den Chip zu bringen. Iridium-SHT-ps1 Das vierte SHT erwies sich sicherlich auch aufgrund des hervorragenden Wetters als Rekordteleskoptreffen. Zahlreiche Besucher haben sich schon für das fünfte SHT gemeldet, was nach derzeitiger Planung vom 15.-17- September 2017 stattfinden soll.

Marco Ludwig

Klarer Himmel ist rar, und so geschieht es immer wieder, dass Sternenfreunde sich auf engem Raum zusammenrotten und gemeinsam die Pracht des Sternenhimmels bewundern. So eine Rudelbildung nennt man Teleskoptreffen.

Auch in Schleswig-Holstein gab es schon viele solcher Treffen. Besonders beliebt war das Aschberg-Frühjahrsteleskoptreffen auf dem Aschberg bei Eckernförde. Nach den umfangreichen Baumaßnahmen laufen fand das AFT in 2015 zum ersten mal wieder auf dem Gelände statt.

Die Neumünsteraner Sternenfreunde bemühten sich dennoch, den früheren AFR-Termin im Frühjahr nun ebenfalls wieder mit einem Teleskoptreffen in Schleswig-Holstein zu besetzen. So kam es 2013 zum 1. SHT (Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffen) am Hof Viehbrook bei Rendswühren das dieses Jahr vom 9. – 11. September 2016 zum 4 . Mal stattfindet. Diesmal im Herbst, weil das SHT nicht als Konkurenz zum AFT gedacht ist.

Dort steht an einem Wochenende eine große Wiese zum Campieren und Beobachten bereit. Sanitäre Anlagen gibt es im benachbarten Hof Viehbrook, wo man auch noch sehr gut speisen kann. Das Licht auf dem Gelände des Hofes wird natürlich während des SHT reduziert, so dass die Astronomen ungestört den Sternenhimmel betrachten können.

Organisatorische Hinweise:

Wie bei Teleskoptreffen üblich, sind Teilnehmer selbst für ihren Schlafplatz (Zelt, Wohnmobil) und für ihre Verpflegung verantwortlich. Im nahegelegenen Hof Viehbrook befindet sich eine Gastwirtschaft, die in Anspruch genommen werden kann.

Für die Bereitstellung der Wiese und der sanitären Anlagen wird ein kleiner Teilnahmebeitrag erwartet. Die Teilnahme ist ein Privatvergnügen, weshalb die Veranstalter keine Haftung übernehmen; jeder ist also für sein Equipment selbst verantwortlich.

Hof Viehbrook

Viehbrooker Weg 6
24619 Rendswühren

54° 4′ 59″ N , 10° 8′ 0″ O

SQM-L: 21,30 (gemessen am 26.04.2014)

Noch Fragen zum SHT? Einfach eine E-Mail an: SHT@Sternwarte-nms.de

Bilder vom SHT 2014:

Bilder vom SHT 2013:

 

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