Ein seltenes Himmelsschauspiel bietet sich dieser Tage Nachtschwärmern beim Blick zum nördlichen Sternenhimmel. Nachtleuchtende Wolken sind meist in der Zeit um die Sommersonnenwende zu beobachten.

Nachtleuchtende Wolken übder der Skyline von Neumünster

Während normale Wolken nur bis in Höhen von ca. 8-12 Kilometern steigen, befinden sich Nachtleuchtende Wolken in Höhen von rund 83 Kilometern, in der Mesopause. Wenn sich solche Wolken über Skandinavien bilden, werden sie auch nachts noch von der Sonne angeleuchtet und können sogar in Norddeutschland gut beobachtet werden.

Die Ursache für dieses Wolkenphänomen ist übrigens noch weitgehend ungeklärt. Erstmals beobachtet wurden sie 2 Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans Krakatau im Jahr 1885. Allerdings wurden die Nachtleuchtenden Wolken seither dauerhaft gesichtet, weshalb man inzwischen auch den Meteoritenbeschuss aus dem Weltall für ihre Bildung verantwortlich macht. Meteore verglühen meist in Höhen zwischen 100 und 80 km über der Erdoberfläche. Der dabei zurückgelassene Staub könnte als Kristallisationskern für die Wolkenbildung in so großer Höhe dienen.

Nachtleuchtende Wolken am 10. Juli 2015 über der Fehmarnsundbrücke – Fotografen: Stefan Bruns und Marco Ludwig

Am besten lassen sich Nachtleuchtende Wolken in der späten Dämmerung nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang beobachten. Sichtungen werden noch bis Ende Juli erwartet – sofern das Wetter in den unteren Atmosphärenschichten auch mitspielt und den Blick Richtung Norden freigibt.

Nachtleuchtende Wolken am 8. Juli 2014 – Fotograf: Heiko Albrecht

 

Wer in diesen Tagen und  Wochen am Abend Richtung Südost in den Himmel schaut bemerkt mit Sicherheit einen rötlich schimmernden Fleck.
Dieser Fleck ist aber nicht ein Stern der besonders schön ausschaut, sondern unser Nachbarplanet Mars.

Mars befindet sich derzeit in der so genannten Oppositionszeit, das heißt er ist von der Erde aus gesehen genau der Sonne gegenüber. Gleichzeitig kommt Mars auf seiner elliptischen Bahn der Erde so nah wie selten. Am 30.05 hatte er nur eine Distanz von knapp 75,3 Mio. km und erschien dabei in einer Größe von  18 Bogensekunden. (Zum Vergleich: der Vollmond erscheint in einer Größe von um die 30 Bogenminuten)

mars2016
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

 

Die Umlaufbahn von Mars ist stark exzentrisch und so kommt er im Mittel alle 780 Tage in Erdnähe. Die dichteste Annäherung ist am 27.07.2018 mit einer Entfernung von „nur“ 58 Mio. Kilometern. Dann wird er mit einer Scheinbaren  Größe von 24,3 Bogensekunden deutlich größer sein

Marsoppositionen2016
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Bis September durchläuft Mars noch seine Oppositionsschleife und wird nun immer kleiner und damit auch Lichtschwächer. Während er durch die Sternbilder Skorpion, Schlangenträger und Waage zieht verliert er auch an Höhe am Nachthimmel. Derzeit knapp 19 Grad hoch ist er zu sehen. Was eine Beobachtung nicht einfach macht.

Die Grafik zeigt die Abendsichbarkeit bis Ende Juli. Dabei kommt Mars dem Stern Antares nahe der links unter ihm steht und erreicht eine Größe von -2m

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Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Im Juli endet die Oppositionsschlaufe und Mars zieht Ende August an Saturn vorbei, allerdings nur noch mit -0,4m aber damit immer noch heller als Saturn. Ende September dann wird Mars mit einer scheinbaren Größe von nur noch 10 Bogensekunden für kleinere Amateurteleskope nicht mehr zu sehen sein.

mars-evening2
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Mit Spannung wurde der 09.05. erwartet. Der Tag an dem Merkur die Sonne “verfinsterte”
Wirklich dunkel wurde es nicht. Das mag daran liegen das der Merkur ca 150 Mal nebeneinander in die scheinbare Größe der Sonne passte. Trotzdem schauten alle gebannt auf die Sonne um den Moment nicht zu verpassen.
Um 13:11 Uhr war es dann soweit:

Verlauf des Merkurtransits

Der Merkur schob sich vor die Sonne und anders als bei der Sonnenfinsterniss 2015 war diese auch zu sehen.
So sollte es auch bleiben. für die ganze Dauer des Transits schob sich nicht eine Wolke vor den Himmel.

Hier Bilder aus den ersten Minuten des Transits:


Kurz nach dem ersten Kontakt. Der Transit beginnt


Jetzt ist er schon deutlich zu erkennen


Geschafft. Merkur vollständig vor der Sonne. Kurz nach dem zweiten Kontakt

 

Uns als wäre es bestellt worden, bahnte sich Merkur genau an der Stelle den Weg über die Sonne, an dem im H-Alpha Licht auch eine Potuberanz zu sehen.

Merkur zog vor einer Protuberanz vor die Sonne

 

Hier einige Übersichtsaufnahmen mit verschiedenen Teleskopen und Sonnenfiltern. Ganz deutlich ist zu sehen wie klein der Merkur im Vergleich ist.

Merkurtransit Übersicht von Markus Bruhn

Transitübersicht von Andreas Rex

Gegen Mitte des Transits kam Merkur den Sonnenflecken amnächsten. Hier ein “Gruppenbild mit Merkur”
Wenn man bedenkt das Merkur einen Durchmesser von ca. 4800 KM hat bekommt man eine kleine Ahnung von der Größe der Sonnenflecken

Merkur mit Sonnenflecken

Das die Sonne so herrlich schien, hatte aber auch Folgen: In der Kuppel der Sternwarte wurde es aufgrund der Wärmestrahlung unmöglich zu beobachten. Und so zogen wir mit den Teleskopen einfach nach unten auf die Wiese vor dem Gebäude.

Equipment vor dem Haus

Gegen 20:00 verschwand die Sonne dann hinter den Bäumen und Gebäuden. Zahlreiche Besucher ergriffen die Gelegenheit den Merkur vor der Sonne zu beobachten. Sogar die örtliche Polizei war mit 2 Vertretern unter den “Schaulustigen”

Zum Abschluß ein Größenvergleich von Venus und Merkur anhand von Bildern des Venustransits 2012 (links) und Merkurtransits 2016 (rechts)

Größenverleich Venus Merkur

Der Merkurtransit ist nicht ganz so selten wie ein Vorbeiflug der Venus, der ca alle 117 Jahre vorkommt.
Zuletzt am 06.06.2012 und das nächste mal am 11.12.2117.

Der Merkur macht sich nicht ganz so rar.
Um die 13 – 14 Mal pro Jahrhundert läuft er “durch die Sonne” Das nächste Mal am 11.11.2019

Dass der Mond sich vor die Sonne schiebt und dabei für spannende Schattenspiele sorgt, ist wohl jedem bekannt. Manch einer erinnert sich vielleicht aber daran, dass in seltenen Fällen auch Planeten vor der Scheibe der Sonne auftauchen können. Zuletzt geschah das mit der Venus am 6. Juni 2012. Damals hatten speziell die Norddeutschen Astronomen viel Glück mit dem Wetter und konnten die aufgehende Sonne mit einem kleinen, schwarzen Venusscheibchen davor ablichten.

In diesem Jahr ist es der kleine Merkur, der von der Erde aus betrachtet vor der Sonnenscheibe auftaucht und für eine minimale Verfinsterung unseres Heimatsterns sorgt. Tatsächlich beträgt der Durchmesser des Merkurscheibchens nur 1/150 des scheinbaren Durchmessers der Sonne. Mit bloßem Auge lässt sich daher nichts erkennen.

Ohnehin sind Beobachtungen der Sonne nicht ungefährlich. Generell sollte man nie ungeschützt in die Sonne schauen. Dieses Ereignis ist allerdings auch mit den typischen Sonnenfinsternis-Schutzbrillen nicht zu erkennen. Daher empfiehlt sich der Besuch einer Sternwarte, wo in der Regel eine professionelle und gefahrfreie Beobachtung der Sonne möglich ist.

Der vhs-Sternwarte Neumünster steht zu diesem Zweck das modernste Sonnenteleskop im Lande zur Verfügung. Damit kann man, bei gutem Wetter, nicht nur den Merkur vor der Sonne, sondern auch Sonnenflecken und Sonnenstürme betrachten.

Die Mitglieder der Sternwarte öffnen daher ihre Sternwartenkuppel am 9. Mai von 13 bis ca. 20 Uhr – klarer Himmel vorausgesetzt. Interessierte Besucher sind dann herzlich willkommen.

Ein sog. Merkurtransit, wie er am 9. Mai stattfindet, kann pro Jahrhundert ca. 13 Mal beobachtet werden. Die nächste Möglichkeit bietet sich im Jahr 2019. So lange möchten wir jedoch nicht warten und hoffen daher auf bestes Wetter für den 9. Mai.

Teleskoptreffen gibt es auch in Schleswig-Holstein. Hier treffen sich Hobby-Sterngucker und Amateurastronomen und zeigen ihre Teleskope, beobachten bei klarem Himmel, tauschen ihre Erfahrungen aus, reden über allerlei astronomische Themen oder zeigen in Form von Vorträgen ihre Astrofotos. Jeder kann an diesen Treffen teilnehmen.

Weitere aktuelle Informationen zum AFT finden Sie hier:

http://www.gva-kiel.de/aft/index.htm

Unsere neuesten Bilder

Röntgenstrahlung der Sonne: Status der Röntgenstrahlung

Status des Erdmagnetfeldes: Status des Erdmagnetfeldes
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Aktuelles Bild der Sonne im Weißlicht
"Courtesy of SOHO (ESA & NASA)"

Aktuelles Bild der Sonne in H-Alpha
"Courtesy of NASA/SDO and the AIA, EVE, and HMI science teams."

Aktuelles Wetterbild (DWD)

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