endlich, nach unfassbar langer Zeit, haben wir mal wieder so etwas wie eine „Schönwetterkatastrophe“. Zufällig fällt auf die nahende klare Nacht auch der öffentliche Beobachtungsabend.

Heute besteht also die Möglichkeit ab ca. 20:30h einen Blick auf den Mond im Dino zu werfen. Es wird aber jemand schon ab 19h vor Ort sein und evtl. die Sonne beobachten.

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In den Nächten um den 22. April können Sternschnuppenfreunde wieder nach Sternschnuppen Ausschau halten. Dann kreuzt die Erde die Bahn des Kometen mit der offiziellen Bezeichnung „C/1861 G1 Thatcher“. Dieser Komet hat auf seiner langgestreckt-elliptischen Bahn um die Sonne eine Umlaufzeit von 415 Jahren und wurde im Jahr 1861 entdeckt, als er sich zuletzt der Sonne genähert hat. Sternschnuppen sind Staubteilchen, die damals vom Kometen abgesondert wurden und jetzt in die Erdatmosphäre geraten, wo sie verglühen. Die Sternschnuppen dieses Kometen wurden aber schon vor über 2700 Jahren beobachtet. Es gibt einen Bericht aus China aus dem Jahr 687 v. Chr., der besagt, dass „Sterne wie Regen vom Himmel fielen“. In den letzten Jahren ist der Sternschnuppenregen aber nur tropfenweise gefallen, mit nicht mehr als 20 Sternschnuppen pro Stunde.

Wenn man die Bahnen der Sternschnuppen rückwärts verlängert, treffen sie sich in einem kleinen Himmelsareal, dem so genannten Radianten. Es sieht so aus, als hätten die Sternschnuppen dort ihren Ursprung. Das liegt aber nur daran, dass sie nahezu parallel in die Erdatmosphäre eindringen, und parallele Linien treffen sich theoretisch im Unendlichen. Wenn irgendjemand eine Vorstellung vom Unendlichen hat, dann sind es wohl die Astronomen. Aber die Sternschnuppen sind uns, wenn wir sie sehen, schon verdammt nah.

Der Radiant des Sternschnuppenstromes der Nächte um den 22. April liegt im Sternbild Herkules, westlich vom Sternbild Leier (lat. Lyra). Nanu! Es ist üblich, Sternschnuppenströme nach dem Sternbild zu benennen, in dem ihr Radiant liegt. Diese Sternschnuppen heißen aber Lyriden. Ihr Radiant muss früher in der Leier gelegen und sich im Laufe der Jahre verschoben haben.

Die beste Zeit für die Beobachtung der Lyriden soll in der Nacht vom 22. zum 23. April nach Mitternacht sein. Abends stört diesmal der Halbmond noch die Beobachtung und generell kann man in den Morgenstunden mehr Sternschnuppen erwarten, weil wir dann auf der Seite der Erde sind, die beim Flug der Erde um die Sonne die Vorderseite ist. Herkules und die Leier mit dem auffällig hellen Stern Wega stehen am frühen Morgen im Osten.

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bereits zum 14. Mal treffen sich Hobbyastronomen auf dem nördlichsten Astrotreffen Deutschlands. Zum gemeinsamen Sterne schauen, guten Gesprächen und Freundschaften erneuern..
Gäste sind jederzeit herzlich willkommen und werden gerne für das schöne Hobby begeistert.
Zu finden ist das Treffen auf dem Gelände der Globetrotter Lodge auf dem Aschberg / Ascheffel

Weitere Informationen sind hier zu finden:

Aschberg Frühjahrs-Teleskoptreffen (AFT)

 

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Sechs der acht Planeten in unserem Sonnensystem können geübte Sternengucker mit bloßem Auge erkennen, der Kleinste unter ihnen macht es dem Beobachter aber schwer. In diesem Monat ist die Gelegenheit aber besonders günstig, um Merkur mit eigenen Augen zu sehen.

Der kleinste Planet im Sonnensystem ist nach dem römischen Gott der Händler benannt. Trotz seiner geringen Größe gilt Merkur aber als Planet der Extreme, denn er ist u.a. auch der sonnennächste Vertreter seiner Art. Nur 57 Millionen Kilometer trennen ihn von seinem Heimatstern, was am Tage zu Temperaturen von bis zu 430°C führen kann. In nur 88 Tagen saust er dabei einmal um die Sonne mit einer mittleren Bahngeschwindigkeit von rund 47 Kilometern pro Sekunde (Vergleich Erde: ca. 30 Kilometer pro Sekunde). Während eines Erdenjahres vergehen daher vier Merkurjahre.

Mit 4879 Kilometern Durchmesser ist Merkur tatsächlich nur gut 1300 Kilometer größer als unser Erdmond. Auch seine graue Oberfläche gleicht unserem Erdtrabanten, da sie mit Einschlagkratern aus der Frühzeit unseres Sonnensystems übersät ist. Tatsächlich ist seine Oberfläche aber so dunkel, dass er nur wenig von dem vielen Sonnenlicht ins Weltall zurückwerfen kann.

In der Abenddämmerung zeigte sich Merkur am 6. Mai 2008 links neben der schmalen Mondsichel. Fotograf: Marco Ludwig

Da er, genau wie die Venus, innerhalb der Erdumlaufbahn um die Sonne kreist, erscheint er dem Beobachter immer nur kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang. Zu der Zeit macht sich meist aber auch die Dämmerung bemerkbar, weshalb der kleine Merkur dem Blick des Beobachters oft entgeht. Aus diesem Grund soll der berühmte Astronom Nikolaus Kopernikus den Planeten Merkur nie selber gesehen haben, was er noch auf dem Sterbebett beklagen musste.

In diesem Monat stehen die Chancen für Merkurfreunde aber so günstig wie im ganzen Jahr nicht mehr. Zur Monatsmitte sollte er in der Abenddämmerung tief am Westhorizont zu erspähen sein. In der Nähe zeigt sich sogar die helle Venus. Unser aktuelles Astronomiefoto des Monats zeigt den kleinen Merkur direkt neben der schmalen Mondsichel am 06.05.2008 bei Krogaspe. Für Fotografen ergibt sich ein ähnlich lohnenswertes Bild am Abend des 19. März dieses Jahres. Dann können Fotografen Merkur, Venus und die Mondsichel gemeinsam auf einem Bild festhalten.

Foto und Text: Marco Ludwig – Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster

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Der Einfelder See in Neumünster ist zu Recht für seine beeindruckende Natur bekannt. Dass man dort sogar Polarlicht beobachten kann wissen jedoch nur wenige. Aber unser aktuelles Astronomiefoto des Monats beweist es.

Dem Polarlicht begegnen Schleswig-Holsteiner meist nur im Urlaub in Skandinavien. In klaren Nächten scheinen dann grüne Schleier über den Sternenhimmel zu ziehen, die wie Geister durch die Nacht tanzen. Auf Bildern entfaltet dieses Phänomen dann seine ganze Pracht. Da das menschliche Auge Farben nachts nur eingeschränkt wahrnehmen kann, sehen wir erst auf Bildern grüne und violette Farbtöne.

Nordlichter, wie sie hierzulande auch gerne genannt werden, treten unabhängig von der Jahreszeit auf der Erde auf. Sie sind schlichtweg eine Folge eines starken Teilchenbeschusses unseres Heimatsterns – der Sonne. Wenn es auf der Sonne heiß hergeht, und Sonnenstürme Eruptionen Richtung Erde schicken, dann ist es sogar möglich, Polarlicht mitten in unserem Land zu sehen. Die mit hoher Energie geladenen Teilchen bewegen sich mit mehreren Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde zu und reisen so innerhalb von zwei bis drei Tagen von der Sonne bis zur unserem Heimatplaneten. Hier angekommen, werden sie vom Erdmagnetfeld zu den Polregionen abgelenkt, wo die Teilchen dann auf die Erdatmosphäre treffen. Diese wird dann zum Leuchten angeregt und erzeugt die bekannte „Aurora Borealis“. Dabei schaffen es aber nur die besonders intensiven Nordlicher bis nach Schleswig-Holstein, wo sie dann eher rot als grün erscheinen.

Vorhersagen lässt sich so eine Aurora leider nur schwer, da man nie genau sagen kann, ob die Partikel eines Sonnensturms auch die Erde treffen. Es gibt jedoch Raumsonden und Satelliten, die rund um die Uhr Messdaten über die Sonne und das Erdmagnetfeld zur Erde funken. Sogenannte Polarlichtjäger informieren sich dann im Internet über das aktuelle „Wetter im Weltall“ (z.B. www.sternwarte-nms.de ) und machen sich ggf. auf den Weg zu ihren Beobachtungsplätzen.

So geschehen auch am 28. Februar 2014, als die Messdaten wieder einmal ein ungewöhnlich heftiges Polarlicht vermuten ließen. Der Fotograf unseres aktuellen Astrofotos des Monats hatte schon etliche vergebliche Versuche einer Beobachtung unternommen. Entweder spielte das Wetter nicht mit, oder das Polarlicht hatte es sich anders überlegt. Als Polarlichtjäger braucht man einfach Geduld und Ausdauer. In dieser Nacht jedoch tauchte die Aurora wie gewünscht auf. Wetter und Technik spielten ebenfalls mit, wodurch die Aurora Borealis eindrucksvoll in diesem Bild festgehalten werden konnte. Es gibt also nicht nur Nordlichter in, sondern auch über Schleswig-Holstein.

 

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Unsere neuesten Bilder

Röntgenstrahlung der Sonne: Status der Röntgenstrahlung

Status des Erdmagnetfeldes: Status des Erdmagnetfeldes
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Aktuelles Bild der Sonne im Weißlicht
"Courtesy of SOHO (ESA & NASA)"

Aktuelles Bild der Sonne in H-Alpha
"Courtesy of NASA/SDO and the AIA, EVE, and HMI science teams."

Aktuelles Wetterbild (DWD)

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