Klarer Himmel ist rar, und so geschieht es immer wieder, dass Sternenfreunde sich auf engem Raum zusammenrotten und gemeinsam die Pracht des Sternenhimmels bewundern. So eine Rudelbildung nennt man Teleskoptreffen.

Auch in Schleswig-Holstein gab es schon viele solcher Treffen. Besonders beliebt war das Aschberg-Frühjahrsteleskoptreffen auf dem Aschberg bei Eckernförde. Nach den umfangreichen Baumaßnahmen laufen fand das AFT in 2015 zum ersten mal wieder auf dem Gelände statt.

Die Neumünsteraner Sternenfreunde bemühten sich dennoch, den früheren AFR-Termin im Frühjahr nun ebenfalls wieder mit einem Teleskoptreffen in Schleswig-Holstein zu besetzen. So kam es 2013 zum 1. SHT (Schleswig-Holsteiner Teleskoptreffen) am Hof Viehbrook bei Rendswühren das dieses Jahr vom 9. – 11. September 2016 zum 4 . Mal stattfindet. Diesmal im Herbst, weil das SHT nicht als Konkurenz zum AFT gedacht ist.

Dort steht an einem Wochenende eine große Wiese zum Campieren und Beobachten bereit. Sanitäre Anlagen gibt es im benachbarten Hof Viehbrook, wo man auch noch sehr gut speisen kann. Das Licht auf dem Gelände des Hofes wird natürlich während des SHT reduziert, so dass die Astronomen ungestört den Sternenhimmel betrachten können.

Organisatorische Hinweise:

Wie bei Teleskoptreffen üblich, sind Teilnehmer selbst für ihren Schlafplatz (Zelt, Wohnmobil) und für ihre Verpflegung verantwortlich. Im nahegelegenen Hof Viehbrook befindet sich eine Gastwirtschaft, die in Anspruch genommen werden kann.

Für die Bereitstellung der Wiese und der sanitären Anlagen wird ein kleiner Teilnahmebeitrag erwartet. Die Teilnahme ist ein Privatvergnügen, weshalb die Veranstalter keine Haftung übernehmen; jeder ist also für sein Equipment selbst verantwortlich.

Hof Viehbrook

Viehbrooker Weg 6
24619 Rendswühren

54° 4′ 59″ N , 10° 8′ 0″ O

SQM-L: 21,30 (gemessen am 26.04.2014)

Noch Fragen zum SHT? Einfach eine E-Mail an: SHT@Sternwarte-nms.de

Bilder vom SHT 2014:

Bilder vom SHT 2013:

 

Nachtschwärmern bietet sich dieser Tage wieder ein außergewöhnliches Himmelsschauspiel. Ein Sternschnuppenschauer besucht die Erde.

Der August ist seit jeher als der Monat der Sternschnuppen bekannt, und in den nächsten Tagen wird es davon besonders viele zu sehen geben. In der Zeit vom 09. – 13. August regnet der Meteorstrom der Perseiden besonders stark auf die Erde nieder und beschert dem Beobachter eine Menge Möglichkeiten, sich etwas zu wünschen.

Eine Perseidensternschnuppe über dem Einfelder See im Sommer 2013

Laut Aberglauben hat man nämlich bei Sichtung einer Sternschnuppe einen Wunsch frei. Allerdings nur sofern kein anderer diese gesehen hat, und auch nur, wenn man niemandem seinen Wunsch verrät.

Eine helle Sternschnuppe leuchtet durch nächtliche Wolken über Neumünster – Fotograf: Marco Ludwig

Rein wissenschaftlich betrachtet durchläuft die Erde in dieser Zeit einen alten Kometenschweif und trifft dort auf unzählige Staubpartikel, die der Komet abgesondert hat. Im Falle der Perseiden, die im Volksmund auch „Tränen des Laurentius“ genannt werden, sind diese sandkorngroßen Staubteilchen relativ zur Erde bis zu 60 km pro Sekunde schnell (über 200 000 km/h). Wenn sie dann in ca. 100 km Höhe auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie innerhalb von Sekundenbruchteilen. Beobachter sehen dann eine helle Leuchtspur am Himmel.

Insgesamt sind die Perseiden sogar von Mitte Juli bis Ende August sichtbar. Das Maximum erwartet der Schleswig-Holsteinische Astrophysiker Dr. Erik Wischnewski für die Nacht vom 11. auf den 12. August. Zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Gerade in diesem Jahr erwarten die Forscher aufgrund von Bahneinflüssen des Planeten Jupiter noch mehr helle Meteore als in den Vorjahren.

Die Beobachtungsbedingungen in den Städten sind jedoch nicht ideal. Auch in klaren Sommernächten stört die Beleuchtung der Straßen und Gebäude enorm. Bessere Bedingungen für die große Wunschoffensive gibt es auf dem Lande bei erheblich dunklerem Himmel.

Die meisten Sternschnuppen tauchen in nordöstlicher Richtung auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, weshalb sie Perseiden genannt werden.

Der alte Komet Swift-Tuttle, dessen Schweif für die zahlreichen Meteore verantwortlich ist, wird dabei jedoch nicht zu sehen sein. Trotzdem besteht die Möglichkeit, auch ein paar sehr helle Sternschnuppen, sogenannte Feuerkugeln, zu sehen. Dabei handelt es sich um Gesteinsbrocken, die mehrere Zentimeter groß werden können und besonders hell aufleuchten. Gefährlich  soll es jedoch nicht werden. Die kleinen Perseiden verglühen in der Regel restlos und geben dabei einfach nur ein schönes Himmelsschauspiel ab.

Ein seltenes Himmelsschauspiel bietet sich dieser Tage Nachtschwärmern beim Blick zum nördlichen Sternenhimmel. Nachtleuchtende Wolken sind meist in der Zeit um die Sommersonnenwende zu beobachten.

Nachtleuchtende Wolken übder der Skyline von Neumünster

Während normale Wolken nur bis in Höhen von ca. 8-12 Kilometern steigen, befinden sich Nachtleuchtende Wolken in Höhen von rund 83 Kilometern, in der Mesopause. Wenn sich solche Wolken über Skandinavien bilden, werden sie auch nachts noch von der Sonne angeleuchtet und können sogar in Norddeutschland gut beobachtet werden.

Die Ursache für dieses Wolkenphänomen ist übrigens noch weitgehend ungeklärt. Erstmals beobachtet wurden sie 2 Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans Krakatau im Jahr 1885. Allerdings wurden die Nachtleuchtenden Wolken seither dauerhaft gesichtet, weshalb man inzwischen auch den Meteoritenbeschuss aus dem Weltall für ihre Bildung verantwortlich macht. Meteore verglühen meist in Höhen zwischen 100 und 80 km über der Erdoberfläche. Der dabei zurückgelassene Staub könnte als Kristallisationskern für die Wolkenbildung in so großer Höhe dienen.

Nachtleuchtende Wolken am 10. Juli 2015 über der Fehmarnsundbrücke – Fotografen: Stefan Bruns und Marco Ludwig

Am besten lassen sich Nachtleuchtende Wolken in der späten Dämmerung nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang beobachten. Sichtungen werden noch bis Ende Juli erwartet – sofern das Wetter in den unteren Atmosphärenschichten auch mitspielt und den Blick Richtung Norden freigibt.

Nachtleuchtende Wolken am 8. Juli 2014 – Fotograf: Heiko Albrecht

 

Wer in diesen Tagen und  Wochen am Abend Richtung Südost in den Himmel schaut bemerkt mit Sicherheit einen rötlich schimmernden Fleck.
Dieser Fleck ist aber nicht ein Stern der besonders schön ausschaut, sondern unser Nachbarplanet Mars.

Mars befindet sich derzeit in der so genannten Oppositionszeit, das heißt er ist von der Erde aus gesehen genau der Sonne gegenüber. Gleichzeitig kommt Mars auf seiner elliptischen Bahn der Erde so nah wie selten. Am 30.05 hatte er nur eine Distanz von knapp 75,3 Mio. km und erschien dabei in einer Größe von  18 Bogensekunden. (Zum Vergleich: der Vollmond erscheint in einer Größe von um die 30 Bogenminuten)

mars2016
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

 

Die Umlaufbahn von Mars ist stark exzentrisch und so kommt er im Mittel alle 780 Tage in Erdnähe. Die dichteste Annäherung ist am 27.07.2018 mit einer Entfernung von „nur“ 58 Mio. Kilometern. Dann wird er mit einer Scheinbaren  Größe von 24,3 Bogensekunden deutlich größer sein

Marsoppositionen2016
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Bis September durchläuft Mars noch seine Oppositionsschleife und wird nun immer kleiner und damit auch Lichtschwächer. Während er durch die Sternbilder Skorpion, Schlangenträger und Waage zieht verliert er auch an Höhe am Nachthimmel. Derzeit knapp 19 Grad hoch ist er zu sehen. Was eine Beobachtung nicht einfach macht.

Die Grafik zeigt die Abendsichbarkeit bis Ende Juli. Dabei kommt Mars dem Stern Antares nahe der links unter ihm steht und erreicht eine Größe von -2m

mars-evening
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Im Juli endet die Oppositionsschlaufe und Mars zieht Ende August an Saturn vorbei, allerdings nur noch mit -0,4m aber damit immer noch heller als Saturn. Ende September dann wird Mars mit einer scheinbaren Größe von nur noch 10 Bogensekunden für kleinere Amateurteleskope nicht mehr zu sehen sein.

mars-evening2
Mit freundlicher Genehmigung CalSky.com / Astronomie.info

Mit Spannung wurde der 09.05. erwartet. Der Tag an dem Merkur die Sonne “verfinsterte”
Wirklich dunkel wurde es nicht. Das mag daran liegen das der Merkur ca 150 Mal nebeneinander in die scheinbare Größe der Sonne passte. Trotzdem schauten alle gebannt auf die Sonne um den Moment nicht zu verpassen.
Um 13:11 Uhr war es dann soweit:

Verlauf des Merkurtransits

Der Merkur schob sich vor die Sonne und anders als bei der Sonnenfinsterniss 2015 war diese auch zu sehen.
So sollte es auch bleiben. für die ganze Dauer des Transits schob sich nicht eine Wolke vor den Himmel.

Hier Bilder aus den ersten Minuten des Transits:


Kurz nach dem ersten Kontakt. Der Transit beginnt


Jetzt ist er schon deutlich zu erkennen


Geschafft. Merkur vollständig vor der Sonne. Kurz nach dem zweiten Kontakt

 

Uns als wäre es bestellt worden, bahnte sich Merkur genau an der Stelle den Weg über die Sonne, an dem im H-Alpha Licht auch eine Potuberanz zu sehen.

Merkur zog vor einer Protuberanz vor die Sonne

 

Hier einige Übersichtsaufnahmen mit verschiedenen Teleskopen und Sonnenfiltern. Ganz deutlich ist zu sehen wie klein der Merkur im Vergleich ist.

Merkurtransit Übersicht von Markus Bruhn

Transitübersicht von Andreas Rex

Gegen Mitte des Transits kam Merkur den Sonnenflecken amnächsten. Hier ein “Gruppenbild mit Merkur”
Wenn man bedenkt das Merkur einen Durchmesser von ca. 4800 KM hat bekommt man eine kleine Ahnung von der Größe der Sonnenflecken

Merkur mit Sonnenflecken

Das die Sonne so herrlich schien, hatte aber auch Folgen: In der Kuppel der Sternwarte wurde es aufgrund der Wärmestrahlung unmöglich zu beobachten. Und so zogen wir mit den Teleskopen einfach nach unten auf die Wiese vor dem Gebäude.

Equipment vor dem Haus

Gegen 20:00 verschwand die Sonne dann hinter den Bäumen und Gebäuden. Zahlreiche Besucher ergriffen die Gelegenheit den Merkur vor der Sonne zu beobachten. Sogar die örtliche Polizei war mit 2 Vertretern unter den “Schaulustigen”

Zum Abschluß ein Größenvergleich von Venus und Merkur anhand von Bildern des Venustransits 2012 (links) und Merkurtransits 2016 (rechts)

Größenverleich Venus Merkur

Der Merkurtransit ist nicht ganz so selten wie ein Vorbeiflug der Venus, der ca alle 117 Jahre vorkommt.
Zuletzt am 06.06.2012 und das nächste mal am 11.12.2117.

Der Merkur macht sich nicht ganz so rar.
Um die 13 – 14 Mal pro Jahrhundert läuft er “durch die Sonne” Das nächste Mal am 11.11.2019

Unsere neuesten Bilder

  • 5. August 2016Astronomie-AG
    19:00, AG
  • 9. August 2016 – Betreute Grundschule TKS
    10:00, Besuchergruppe
  • 19. August 2016öffentlicher Beobachtungsabend
    19:00, öffentlicher Beobachtungsabend
  • 30. August 2016 – Pestalozzischule
    10:00, Besuchergruppe

Röntgenstrahlung der Sonne: Status der Röntgenstrahlung

Status des Erdmagnetfeldes: Status des Erdmagnetfeldes
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Aktuelles Bild der Sonne im Weißlicht
"Courtesy of SOHO (ESA & NASA)"

Aktuelles Bild der Sonne in H-Alpha
"Courtesy of NASA/SDO and the AIA, EVE, and HMI science teams."

Aktuelles Wetterbild (DWD)

So viele Besucher waren schon hier:
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