Die vhs-Sternwarte Neumünster hat seit 2010eine Partnersternwarte in der Hansestadt Lübeck. Diese Partnerschaft begann mit der Übernahme des alten Lübecker Hauptfernrohrs, welches seither als zweitgrößtes Teleskop des Landes in Neumünster stationiert ist. Nun wird das Schulgebäude der Neumünsteraner Partnersternwarte jedoch abgerissen und für die dortigen Sternenfreunde gibt es noch keinen Ersatz.

Als der gemeinnützige Verein „Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck e.V.“ im Jahre 2007 die Trägerschaft der Sternwarte Lübeck übernahm, war dies nur möglich, weil die Hansestadt Lübeck die Infrastruktur (Gebäude und Unterhalt) für den Weiterbetrieb der Sternwarte zur Verfügung stellte.

Mit der Zusammenlegung der ehemaligen Johannes-Kepler-Schule und der Anna-Siemsen-Schule, jetzt Schule an der Wakenitz, am Standort der Anna-Siemsen-Schule haben sich diese Rahmenbedingungen geändert. Das Schulgelände der Johannes-Kepler-Schule wird zum Wohngebiet „Johannes-Kepler-Quartier“ entwickelt. Der Abriss der Gebäude, inklusive der Sternwarte, ist bereits für Anfang 2017 geplant. Im April 2016 ist die Johannes-Kepler-Schule aus dem Schulgebäude ausgezogen. Die Sternwarte Lübeck folgte zum Ende des vergangenen Jahres.

Die Kuppel der Sternwarte Lübeck mit dem neuen 20 Zoll Teleskop

Die Kuppel der Sternwarte Lübeck mit dem neuen 20 Zoll Teleskop

Wo und wann die Sternwarte Lübeck ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, ist zurzeit noch nicht geklärt. Die Astronomen arbeiten derzeit an verschiedenen Szenarien.

Mit der Schließung der Sternwarte Lübeck ist jedoch nun die vhs-Sternwarte Neumünster nicht nur die größte Sternwarte des Landes sondern auch Heimat des größten einsatzfähigen Fernrohres geworden.

Die Zukunft der Sternwarte und der Lübecker Astronomie steht jetzt im Sinne des Wortes in den Sternen.

Die dunkle Jahreszeit ist auch die Hauptsaison der Sternengucker. Auch wenn die Tage nun langsam wieder länger werden, kann man im Januar schon in den frühen Abendstunden spannende Beobachtungen machen: die Venus erstrahlt als heller Abendstern im Südwesten. In der zweiten Nachthälfte ist der Riesenplanet Jupiter das ‚Highlight‘ am Himmel.

Der Sternenhimmel:

Erste Sterne können im Januar schon ab ca. 16:30 Uhr erspäht werden. Nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden die Nächte nun wieder kürzer, ermöglichen bei klarem Himmel aber immer noch rund 14 Sternenstunden pro Nacht.

Die Sternkarte zeigt den Januarhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Die Sternkarte zeigt den Januarhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Obwohl wir uns im Winter befinden, lassen sich am Abend noch die hellsten Herbststernbilder gut erkennen. Im Süden und Südwesten findet man Pegasus, Andromeda und Perseus. Geübte Beobachter finden im Sternbild Andromeda auch unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel.

Den Herbststernbildern sind die bekannten Wintersternbilder dicht auf den Fersen. Besonders spannend ist derzeit der Stier mit dem Hauptstern Aldebaran, der mit seiner auffälligen Färbung auch als rotes Auge des Stiers bezeichnet wird. Knapp über Aldebaran entdeckt man auch den bekannten Sternhaufen der Plejaden. Diese kleine Ansammlung von Sternen wird in Deutschland auch als „Siebengestirn“ bezeichnet. Mit bloßem Auge lassen sich sechs bis acht Einzelsterne erkennen, im Fernglas jedoch werden es schon mehrere Dutzend.  Im Laufe der Nacht gesellt sich zum Stier auch der bekannte Himmelsjäger Orion. Dieses Sternbild gilt unter Beobachtern als eines der Eindrucksvollsten, da es sowohl mit bloßem Auge, mit dem Fernglas als auch mit dem leistungsstarken Fernrohr viel zu bieten hat. Besonders auffällig sind die drei nahezu gleich hellen Gürtelsterne, in deren Nähe sich der bekannte Orionnebel befindet. Dabei handelt es sich um einen riesigen Gas- und Staubnebel, in dem noch heute neue Sterne und Planeten „geboren“ werden.

Die Planeten:

Am Abend ziehen Venus und Mars, im Laufe der Nacht auch der Riesenplanet Jupiter die Blicke der Sternenfreunde auf sich.  Die Venus taucht bereits in der Abenddämmerung als heller Abendstern auf und kann schon kurz nach Sonnenuntergang im Südwesten leicht erspäht werden. Nur wenige Grad weiter südlich und deutlich schwächer findet man den rötlichen Mars. Ein besonders schönes Fotomotiv ergibt sich am 2. und wieder am 31. Januar, wenn sich die junge Mondsichel zu den beiden Planeten gesellt. Die Venus erreicht am 12. Januar ihren größten Winkelabstand von der Sonne. Im Teleskop ist sie dann als ‚Halbvenus‘ zu sehen, denn sie hat Phasen ähnlich dem Mond. Gegen Ende des Monats wird sie sichelförmig und immer größer, weil sie sich der Erde nähert. Der Riesenplanet Jupiter befindet sich derzeit im Sternbild Jungfrau. Er taucht erst in der zweiten Nachthälfte auf und erstrahlt mit seinem ruhigen Glanz heller als alle Fixsterne bis zur Morgendämmerung.

Sternschnuppen zum Jahresbeginn:

Im Januar bietet sich für Nachtschwärmer normalerweise auch die Möglichkeit, sich etwas zu wünschen. Der Meteorstrom der Quadrantiden beschert uns in der Zeit vom 28. Dezember. bis 10. Januar einige Sternschnuppen. In diesem Jahr erwartet man besonders um den 3. bis 4. mindestens ein Dutzend Meteore pro Stunde.

Astrofoto des Monats:

Eines der typischen Wintersternbilder ist in unseren Breiten der Stier. Auch ungeübte Beobachter stolpern gerne über dieses Sternbild, da sich dort eine auffällige Ansammlung von Sternen befindet, die Laien gerne mit dem kleinen Wagen verwechseln. Es handelt sich dabei um einen sogenannten offenen Sternhaufen, der in Deutschland als Siebengestirn bezeichnet wird. Bekannt ist diese Sternansammlung aber auch unter dem Namen Plejaden. Mit bloßem Auge lassen sich mindestens sechs dicht beieinander stehende Sterne erkennen. Im Fernrohr werden es schnell viele Dutzend. Tatsächlich soll dieser Sternhaufen mindestens 500 Sterne beheimaten.

Der Neumünsteraner Astrofotograf Franz Haar hatte diese Aufnahme der Plejaden unter dem dunklen Himmel der spanischen Pyrenäen aufgenommen.

Der Neumünsteraner Astrofotograf Franz Haar hatte diese Aufnahme der Plejaden unter dem dunklen Himmel der spanischen Pyrenäen aufgenommen.

Die Plejaden gelten mit einem Alter von ca. 135 Millionen Jahren als ein junger Sternenhaufen. Vor allem im Vergleich mit der Sonne, der ein Alter von ca. 4,6 Milliarden Jahren nachgesagt wird, erscheinen die Plejadensterne doch eher jugendlich.

Während mit bloßem Auge, im Fernglas und auch im Teleskop vor allem zahlreiche dicht beieinander stehende Sterne zu erkennen sind, offenbart der Sternhaufen seine wahre Pracht erst auf lang belichteten Aufnahmen. Dabei zeigen sich die berühmten bläulich leuchtenden Reflexionsnebel des Sternhaufens. Besonders gut erkennt man diese Nebel auf unserem Astrofoto des Monats. Dieses wurde vom Neumünsteraner Astrofotografen Franz Haar bereits in den 1980er Jahren unter besonders dunklem Himmel aufgenommen. Sein Spiegelfernrohr mit 1000 mm Brennweite hatte er für dieses Bild in den spanischen Pyrenäen aufgebaut, wo der Himmel nicht von künstlichen Lichtquellen aufgehellt wurde.

Die wichtigsten Himmelsereignisse im Überblick:

2.1.       Mond bei Venus

3.1.       Mond bei Mars

3.1.       Maximum der Quadrantiden

12.1.     Vollmond

19.1.     Mond bei Jupiter

28.1.     Neumond

31.1.     Mond bei Venus

Die dunkle Jahreszeit ist auch die Hauptsaison der Sternengucker. Im Dezember kann man schon in den frühen Abendstunden spannende Beobachtungen machen. Die Venus wird zum hellen Abendstern, und der Meteorstrom der Geminiden beschert uns rechtzeitig zur Weihnachtszeit zahlreiche Sternschnuppen.

Der Sternenhimmel:

Erste Sterne können im Dezember schon ab ca. 16:30 Uhr erspäht werden. In diesem Monat sind die Nächte am längsten, und mit der Wintersonnenwende am 21. findet auch der kürzeste Tag des Jahres statt.

Die Sternkarte zeigt den Dezemberhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Die Sternkarte zeigt den Dezemberhimmel gegen 19:00 Uhr. Karte: www.stellarium.org

Bereits am Abend lassen sich noch die hellen Sterne des Sommerdreiecks, Deneb, Wega und Atair in den Sternbildern Schwan, Leier und Adler im Westen erkennen. Im Süden schließen sich die typischen Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Perseus an. Geübte Beobachter finden in der Andromeda auch unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel. Dabei handelt es sich mit ca. 2,5 Millionen Lichtjahren um das am weitesten entfernte Objekt, das mit bloßem Auge noch erkannt werden kann. Im Fernglas erkennt man schon deutlich einen länglichen Nebel mit hellem Zentrum.

Etwas weiter gen Osten tauchen bereits die Wintersternbilder auf. Besonders spannend ist derzeit der Stier mit dem Hauptstern Aldebaran, der mit seiner auffälligen Färbung auch als rotes Auge des Stiers bezeichnet wird. Knapp über Aldebaran entdeckt man auch den bekannten Sternhaufen der Plejaden. Diese kleine Ansammlung von Sternen wird in Deutschland auch als „Siebengestirn“ bezeichnet. Mit bloßem Auge lassen sich sechs bis acht Einzelsterne erkennen, im Fernglas jedoch werden es schon mehrere Dutzend.  Im Laufe der Nacht gesellt sich zum Stier auch der bekannte Himmelsjäger Orion.

Die Planeten:

Am Abend ziehen Venus und Mars, im Laufe der Nacht auch Jupiter die Blicke der Sternenfreunde auf sich.  Die Venus entwickelt sich in diesem Monat zum hellen Abendstern und kann schon in der Dämmerung im Südwesten leicht erspäht werden. Etwas weiter im Süden und deutlich schwächer findet man den rötlichen Mars im Steinbock. Der Gasriese Jupiter befindet sich derzeit im Sternbild Jungfrau. Er taucht erst in der zweiten Nachthälfte auf und erstrahlt derzeit als heller Morgenstern.

Sternschnuppen zur Weihnachtszeit:

Kurz vor Weihnachten bietet sich für Nachtschwärmer wieder die Möglichkeit, sich etwas zu wünschen. Der Meteorstrom der Geminiden beschert uns in der Zeit vom 6. bis 16. Dezember zahlreiche Sternschnuppen. Das Maximum wird in der Nacht vom 13. auf den 14. erwartet und soll zumindest theoretisch bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde bringen. Leider stört jedoch der helle Vollmond und überstrahlt dabei viele der schwächeren Meteore.

Astrofoto des Monats:

In den Abendstunden des 3. Dezember begegnen sich die helle Venus und die schmale Mondsichel. Eine solche Begegnung zweier Himmelskörper bezeichnen Astronomen als Konjunktion. Für Fotografen ist so eine Zusammenkunft eine willkommene Gelegenheit für stimmungsvolle Bilder. Das Astrofoto des Monats wurde am 27. Februar 2009 gegen 19:00 Uhr aufgenommen. Es zeigt die helle Venus, die Mondsichel und im Vordergrund die Silhouette der vhs-Sternwarte Neumünster. Weitere Aufnahmedaten: Kamera Canon EOS 40D, Zoomobjektiv bei 65mm Brennweite, f/6,3, 2,5 Sekunden Belichtungszeit bei ISO 200.

Bei der Konjunktion von Venus und Mond am 3. Dezember wird sich der Mond jedoch ca. 6° nördlich der Venus aufhalten. Bei passendem Wetter sollte sich auch diesmal die Gelegenheit für stimmungsvolle Aufnahmen ergeben.

Die wichtigsten Himmelsereignisse im Überblick:

3.12.     Mond bei Venus

5.12.     Mond bei Mars

13.12.   Maximum der Geminiden

14.12.   Vollmond

21.12.   Wintersonnenwende

22.12.   Mond bei Jupiter

29.12.   Neumond

Der Mond ist seit jeher der ständige Begleiter der Erde. Der Monat verdankt ihm sogar seinen Namen, denn knapp einen Monat benötigt unser Erdtrabant für einen Umlauf um seinen Heimatplaneten.

Während seines Umlaufes um die Erde kommt er uns dabei immer mal etwas näher und entfernt sich dann wieder. Die Erklärung dafür ist einfach: Er befindet sich auf einer elliptischen Umlaufbahn, d.h. seine Bahn ist nicht kreisrund sondern etwas eiförmig. Maximal entfernt er sich dabei ca. 405 500 Km (Apogäum = Erdferne) und kommt dann wieder bis auf ca. 363 300 Km (Perigäum = Erdnähe) an unseren Heimatplaneten heran.

Wenn nun der Mond seine geringste Entfernung zur Erde erreicht und zufällig gleichzeitig auch Vollmond ist, erleben wir hier auf der Erde den größten Vollmond des Jahres. Genau das soll am kommenden Montag, den 14. November wieder geschehen.

Wenn er an jenem Abend gegen 17:06 Uhr aufgeht erscheint uns der Mond so groß wie seit 68 Jahren nicht mehr. Gerade für Hobbyfotografen bietet sich so vielleicht eine besondere Möglichkeit den Supervollmond mit einem passenden Vordergrundmotiv abzulichten.

Übrigens: Die Entfernung zum Mond können Astronomen seit 1969 auf den Millimeter genau bestimmen. Während der Apollo-Mondlandungen stellten Astronauten Reflektoren auf der Mondoberfläche auf. Diese Reflektoren werden auch heute noch benutzt um per Laser exakteste Entfernungsmessungen durchzuführen.

Schon bemerkt? Wer genau hinschaut bemerkt eine Unstimmigkeit bei den Entfernungsangaben zwischen Text und Bild. Ist uns hier ein Fehler unterlaufen? Tatsächlich nicht! Entfernungen zwischen Himmelskörpern werden immer zum Mittelpunkt eines Körpers berechnet – in diesem Fall vom Mond- zum Erdmittelpunkt. Die Mondentfernung beim oberen Bild bezieht sich auf die exakte Position des Beobachters auf der Erde.

Der Herbst steht vor der Tür und Naturfreunde bewundern dieser Tage gerne das eindrucksvolle Farbenspiel der Natur. Auch der Himmel spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Oktober werden die Tage spürbar kürzer und während der Dämmerung ergeben sich Gelegenheiten für romantische Spaziergänge. Ein besonders eindrucksvolles Bild ergibt sich wenn auch die Mondsichel knapp über dem Horizont zu erkennen ist.

Eine solch romantische Stimmung hat Heiko Albrecht von der Neumünsteraner Sternwarte eingefangen. Dieses Bild entstand am 5. September im Naturschutzgebiet Reesholm an der Schlei mit Blickrichtung Schleswig.  Neben dem Wikingturm ist auch der St. Petri Dom sowie die Mühle „Nicola“ zu erkennen. 

Gekrönt wird dieses eindrucksvolle Bild von der zunehmenden Mondsichel. Obwohl nur ein kleiner Teil des Mondes von der Sonne beleuchtet erscheint, ist auf diesem Bild doch der ganze Mond zu sehen. Bei dieser Erscheinung kurz nach Neumond sprechen Astronomen vom sogenannten Erdlicht. Dabei wird das Licht der Sonne von der Erde reflektiert und auf die unbeleuchteten Flächen des Mondes geworfen. Vom Mond aus betrachtet ist in den Tagen nach Neumond unsere Erde die hellste Lichtquelle am Mondhimmel.

Ein solcher Anblick zeigt sich dem Beobachter dieser Tage wieder. Ideal sind die Bedingungen in der Zeit vom 3. bis 5. Oktober gegen 19:00 Uhr – vorausgesetzt das Wetter gibt den Blick auf den Mond frei.

 

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